Siegerentwurf für Feuerbacher Gymnasium vorgestellt Schulcampus mit Chillout-Zonen

Von Inge Jacobs 

Der Siegerentwurf des Campus Feuerbach sieht als Herz die Mensa vor. Foto: Hermann Architekten/White Arkitekter/W+P Landschaftsarchitekten
Der Siegerentwurf des Campus Feuerbach sieht als Herz die Mensa vor. Foto: Hermann Architekten/White Arkitekter/W+P Landschaftsarchitekten

Erstmals gibt es eine greifbare Vorstellung davon, wie der Feuerbacher Schulcampus mit dem künftig größten Gymnasium Stuttgarts aussehen wird. Am Donnerstag hat Schulbürgermeisterin Isabel Fezer den Siegerentwurf vorgestellt – mit Chillout-Zonen, Lesegarten und begrüntem Klassenzimmer auf dem Dach.

Stuttgart - Darauf haben die zwei Feuerbacher Gymnasien lange gewartet: Wie einmal der künftige Campus der beiden vor der Fusion stehenden Schulen aussehen wird. Am Donnerstag hat Schulbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP) den Siegerentwurf im Rathaus präsentiert. Aus 18 eingereichten Entwürfen aus ganz Europa entschied sich die Jury für den Entwurf des Stuttgarter Büros Hermann Architekten mit White Arkitekter (Göteborg) und W+P Landschaftsarchitekten.

Denkmalgeschütztes Gebäude integriert

„Die Aufgabe war ausgesprochen schwierig“, sagte Peter Holzer, der Leiter des Hochbauamts. Denn es geht darum, den denkmalgeschützten Bonatz-Bau, in dem das Leibniz-Gymnasium untergebracht ist, stehen zu lassen, das direkt benachbarte, aber stark sanierungsbedürftige Neue Gymnasium abzureißen und eine neue, mehr Raum bietende Gesamtanlage zu schaffen, samt Mensa und Dreifeldsporthalle. Eine Anlage, die wirklich dafür ausgelegt ist, dass mehr als 1200 Gymnasiasten dort vernünftig untergebracht sind und nach modernsten pädagogischen Möglichkeiten lernen können, auch inklusiv und ganztags – denn nach der Fusion wird in Feuerbach das mit Abstand größte Gymnasium Stuttgarts stehen.

Der Siegerentwurf sieht auf dem heutigen Gelände des Neuen Gymnasiums drei Baukörper vor, die versetzt zueinander stehen und somit eine Vielfalt an Außenräumen ermöglichen – welche für Aktivitäten, aber auch für Rückzugszonen genutzt werden kann. Unter anderem ist auch ein Lesegarten im Innenhof geplant und eine Chillout-Zone. Das Herz der Anlage bildet das mit Hölzern und viel Glas filigran gestaltete Gebäude in der Mitte, das im Erdgeschoss die Mensa mit Veranstaltungsbühne fassen soll, darüber Musikräume und auf dem Dach ein begrüntes Klassenzimmer. Die beiden anderen viergeschossigen Kuben haben Lichthöfe. Im Erdgeschoss sind die naturwissenschaftlichen Fachräume, in den drei Geschossen darüber die Jahrgangsklassenräume samt differenzierten Ergänzungsräumen und kleinen Lehrerzimmern untergebracht. Das Untergeschoss des einen Gebäudes bietet Platz für 300 Fahrräder, unter dem anderen Gebäude findet sich eine Tiefgarage für Autos, die Zufahrten sind getrennt.

Die Mensa bekommt einen Dachgarten

Eine Besonderheit stellt die Sporthalle dar: Sie soll drei Felder groß sein und komplett eingegraben werden – direkt unter der bisherigen kleineren Turnhalle. So gewinne man Platz für weitere Aktionsräume, erklärte Holzer.

Nicht nur die Jury lobte den Entwurf als „eine stadträumlich sehr überzeugende Arbeit mit gut und klar organisierten Innenräumen“. Fezer sprach gar von einer „eierlegenden Wollmilchsau“ und lobte den „sehr konstruktiven Prozess“ der Entstehung. Ganz im Glück zeigten sich die Schulleiter: „Unsere Sach- und Ortskundigkeit ist gehört worden, ich bin vom ersten Preis voll überzeugt – städtebaulich, aber auch bezüglich der Pädagogik im Alltag“, sagte Otto Fischer (Leibnizgymnasium). Auch seine Kollegin Susanne Heß (Neues Gymnasium), die vom nächsten Schuljahr an das fusionierte Großgymnasium leiten wird, das dann auch offene Ganztagsschule sein soll, findet es „einfach klasse, dass man unsere pädagogischen Ideen wahrgenommen hat“.

Bis zur Fertigstellung dauert es noch zehn Jahre

Bis der neue Campus steht, dauert es noch: Mitte Januar wird endgültig entschieden, wer den Auftrag kriegt. Baubeginn des auf 67 Millionen Euro veranschlagten Projekts soll nach den bisherigen Planungen 2020/21 sein, Fertigstellung 2027, also in zehn Jahren. Die prämierten Entwürfe sind bis 14. November in einer Ausstellung im zweiten Geschoss des Stuttgarter Rathauses zu besichtigen.

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