Danilo Barthel (li.) und die Deutschen kämpfen sich nach Tokio. Foto: dpa/Tilo Wiedensohler

Deutschland hat sich im Basketball auf den letzten Drücker für Olympia qualifiziert, das ist auch nochmals eine Chance für Bundestrainer Henrik Rödl.

Split/Stuttgart - Olympia, mit Deutschland – im Basketball. Das war so nicht unbedingt zu erwarten, auch wenn bei der Auslosung zum Qualifikationsturnier die ganz dicken Brocken wie Serbien oder Slowenien von vornherein vermieden wurden. Dennoch gab es schlechte Omen durch den Ausfall des Superstars Dennis Schröder oder die schwere Verletzung von Ex-NBA Profi Paul Zipser. Umso erstaunlicher war es, mit welcher Energieleistung sich die Mannschaft in jedem Spiel auch von Rückständen nicht zurückkämpfte. Der Wille nach teilweise mehr als 80 Saisonspielen kann Berge versetzen, die erste Olympia-Teilnahme seit 2008 war Motivation genug. Was der Sportart hilft aus dem Schatten des Dauerrivalen der Handballer zu treten, die sich zuletzt nicht oft mit Ruhm bekleckert und international eben deutlich weniger Konkurrenz im Nacken haben als der global agierende Basketballsport. Der bei Olympia allein schon durch Strahlkraft der US-Profis weltweit in den Mittelpunkt rückt, auch wenn das deutsche Team dort vielleicht nur die Rolle eines Glühwürmchens einnimmt.

 

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Die Qualifikation sorgt zudem dafür, dass sich die eher enttäuschende Ära von Henrik Rödl nach vier Jahren nicht automatisch zu Ende neigt, zumal die Nachfolgefrage kein Selbstläufer wäre. In den Tagen von Split hat sich die Mannschaft als Einheit präsentiert, auch ein Verdienst des Trainers. Doch der Blick muss nach vorne gehen, nächstes Jahr steht die EM an, mit Deutschland als Co-Gastgeber. Den Basketballern ist ein großer Wurf geglückt, aber sie können sich auch nicht mehr viele Fehlwürfe erlauben, wenn sie endlich dauerhaft ins Rampenlicht treten wollen.