Im Jahr 1928 hat der Großvater des heutigen Schlößlesmühlen-Inhabers Walter Stäbler das nun zum Kauf angebotene Anwesen im Siebenmühlental erworben. Foto:  

Seit 1928 ist die Schlösslesmühle im Siebenmühlental in Familienbesitz – jetzt soll sie verkauft werden. Wer das 1451 erstmals erwähnte Anwesen am Reichenbach erwerben will, braucht ein gut gefülltes Portemonnaie.

Leinfelden-Echterdingen - Wer derzeit das Siebenmühlental zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkundet, sollte für ausreichend eigenen Proviant sorgen. Denn eine Einkehr in dem idyllischen Gebiet ist derzeit wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Ob die Schlößlesmühle – in der seit mehr als 100 Jahren Gastlichkeit groß geschrieben wird, die dortige Gastwirtschaft mit Biergarten besteht schon seit 1912 – nach dem Ende der Krise aber wieder für Besucher öffnen wird, ist derzeit offen. Zwar ist auf der Homepage der Schlößlesmühle nur zu lesen, dass sie „aufgrund des Covid-19 (Corona-Virus) ... bis auf weiteres geschlossen“ bleiben muss. Eine Anzeige auf der Online-Immobilienverkaufs-Plattform Immoscout24 nährt aber Gerüchte, dass die Schlößlesmühle auch dann geschlossen bleiben könnte, wenn andere gastronomische Betriebe ihre Pforten nach den Corona-Zwangsschließungen wieder öffnen dürfen – wenn auch unter Auflagen. Vorausgesetzt das erstmals 1451 erwähnte Anwesen am Reichenbach findet schnell einen neuen Besitzer.

Das Areal mit seiner laut Anzeige 223 000 Quadratmeter großen Fläche wird gegenwärtig für 3,5 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Die Inhaberfamilie Stäbler will sich zum Verkauf der Immobilie und den Gründen dazu unserer Zeitung gegenüber nicht äußern. Bei der Stadt Leinfelden-Echterdingen ist über den geplanten Verkauf nach Auskunft eines Sprechers bislang nichts Näheres bekannt.

Eine imposante Erscheinung

„Das zum Verkauf kommende, idyllische Anwesen ,Schlösslesmühle‘, welches seit 1928 in Familienbesitz ist, liegt im Außenbereich des beliebten Siebenmühlentals direkt an der historischen Alten Poststraße zwischen Leinfelden-Echterdingen und Steinenbronn“, wird das Objekt in dem Inserat des Stuttgarter Unternehmens E & G Private Immobilien auf der Online-Verkaufsplattform angepriesen. Neben dem „Schlößle“, wie das Haupthaus in Fachwerkbauweise wegen seiner imposanten Erscheinung im Volksmund heißt, gehören zu dem Anwesen nach Auskunft der Makler auch ein Pavillon, eine große Scheune und ein Schuppen, zwei Ställe, ein Gästehaus mit Garagen, ein Haus am See, der nebenliegende Fischteich sowie einige Grünflächen. Die Noch-Inhaber und Betreiber der Schlößlesmühle wollten das Anwesen sogar noch erweitern: Ein genehmigtes Baugesuch für den Neubau eines Gaststättengebäudes mit zwei Wohnungen liegt bereits vor. Das Anwesen wird über zwei Quellen mit Frischwasser versorgt, die Reinigung des Schmutzwassers erfolgt in einer Biokläranlage vor Ort.

Bleibt die Gastronomie?

Ob die Schlößlesmühle an der Alten Poststraße zwischen Leinfelden und Steinenbronn weiter in der seitherigen Form gastronomisch und landwirtschaftlich genutzt wird, hängt von den Plänen des künftigen Besitzer ab. Nach Einschätzung der Makler würde sich das Objekt – bei möglicher Beibehaltung der Gastronomie – sicher auch für eine Pferdehaltung und Angebote rund ums Pferd eignen. Wer das Areal aber anders als bisher nutzen möchte, muss zunächst eine Nutzungsänderung bei der Stadt Leinfelden-Echterdingen beantragen – und genehmigt bekommen.

Ein Mühlengebäude sucht man auf dem Anwesen am Reichenbach übrigens vergeblich. Dieses hatte Walter Stäbler, der gleichnamige Vater des heutigen Inhabers, abreißen lassen, nachdem die Mühle bereits vom Vor-Vor-Besitzer, dem Müller und Landwirt Hermann Betz, im Jahr 1925 stillgelegt worden war.

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