Zwei männliche Fasane im Kampf: Der Hahn kommt, wie häufig in der Vogelwelt, farbenfroher daher als die Henne. Foto: picture alliance/dpa

Ein Spaziergänger entdeckte einen prächtigen Fasan nahe Leonberg-Gebersheim. Was den Anblick so einzigartig macht, erklärt ein Experte der Region.

Der Kopf in schillerndem Dunkelgrün, die Partie um die Augen in strahlendem Rot. Der Körper durchläuft in rötlichem Braun mit schwarzen und weißen Akzenten viele unterschiedliche Muster, die Schwanzfedern sind ebenso prächtig. Kurzum: So ein Fasan – in diesem Fall der Hahn – ist ein durchaus bemerkenswerter Vogel. Erst recht, wenn er rund um Leonberg auftaucht, wo er eigentlich so gar nicht heimisch ist.

 

Ein Spaziergänger hatte nun nahe Leonberg-Gebersheim das Glück, einen Fasan quasi aus der Nähe anzutreffen. Der Vogel tummelte sich Anfang März auf einem Feld und zog interessierte Blicke auf sich. Denn wie gesagt: Er ist in hiesigen Gefilden nur sehr selten.

Fasane einst „als Bereicherung“ ausgewildert – heute sind sie superselten

Woran das liegt, erklärt Forstrevierleiter Ulrich Greß. „Fasane wurden hier vor vielen, vielen Jahren einmal ausgewildert – wir reden hier vom 17. oder 18. Jahrhundert.“ Damals sollten die Tiere laut dem Fachmann als Bereicherung der Fauna dienen – und natürlich auch als begehrte Jagdobjekte. „Eigentlich sind Fasane aber eher in wärmeren Gegenden daheim, zum Beispiel in der Rheinebene“, so Greß weiter.

Bis zu 90 Zentimeter lang kann so ein Fasan werden, die Hälfte davon nimmt der Schwanz in Anspruch. Der Hahn ist, typisch für die Vogelwelt, farbenprächtiger als die Henne – die auch etwas kleiner ist. Fasane fliegen laut der Information auf wildtierportal-bw.de nur im Notfall, dann aber geräuschvoll. Im Gebersheimer Fall hatte das Tier jedoch die Ruhe weg.

Im Großraum Leonberg tue sich der Fasan auch mit den räumlichen Gegebenheiten schwer. „Er fühlt sich hier ein bisschen beengt“, sagt Greß. Dennoch würden nach wie vor ab und zu Tiere ausgewildert – was auch weitere Sichtungen aus Gebersheim belegen. So kann man auch im Bereich der Quellenstraße ab und an einen Blick auf die seltenen Tiere erhaschen. Vielleicht handelt es sich dabei aber auch um ein und denselben Vogel wie den, der auf dem weiter entfernten Feld aufgetaucht ist.

Fasan in freier Wildbahn bei Leonberg: „Absoluter Glücksfall“

Einen Fasan in freier Wildbahn anzutreffen, bezeichnet Greß als „absoluten Glücksfall“. Er sei ebenso selten zu sehen wie zum Beispiel das Rebhuhn, das nicht besonders gut mit dem Wetter und der Landwirtschaft klarkomme. „Ab und zu sieht man aber doch eines fliegen“, so Greß, der sich nicht daran erinnern kann, wann er zuletzt in der Natur einen Fasan mit eigenen Augen gesehen hat.

Abseits der Vogelwelt sei die Wahrscheinlichkeit damit vergleichbar, zum Beispiel auf einen Dachs zu treffen. „Es gibt ein paar, aber die sind ja eher heimlich unterwegs“, weiß Greß.