Einen Tag vor der wichtigen Sitzung des Bahn-Aufsichtsrates zu Stuttgart 21 bringen sich auch die Gegner in Position - mit einem großen Banner am Wagenburgtunnel. Foto: www.7aktuell.de | Oskar Eyb

Einen Tag vor der wichtigen Sitzung des Bahn-Aufsichtsrates zu Stuttgart 21 bringen sich auch die Gegner in Position - mit einem großen Banner am Wagenburgtunnel.

Stuttgart - Mitglieder der "Parkschützer" und "Robin Wood" haben am Montagvormittag am Wagenburgtunnel in Stuttgart ein großes Plakat entrollt: "Augen auf, Herr Ramsauer: Stuttgart 21 ist eh schon tot!" stand auf dem rund 200 Quadratmeter großen Banner.

"Als hätte Ramsauer aus dem milliardenschweren BER-Flughafendebakel nichts gelernt, hält er auch noch an Stuttgart 21 fest", erklärte Sprecher Matthias von Herrmann zu der Aktion. Den Wagenburgtunnel habe man bewusst gewählt, so von Herrmann weiter: Hier seien sinnlos Bäume gefällt und der Club "Röhre" unnötigerweise geschlossen worden.

Aufsichtsrat soll entscheiden

Die Aktion fällt in eine für das umstrittene Milliardenprojekt brisante Phase: Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn könnte an diesem Dienstag über die Zukunft von Stuttgart 21 entscheiden. Die Kontrolleure sind in einer Vorlage des Vorstands aufgerufen, den Finanzrahmen des bislang auf auf 4,5 Millionen Euro kalkulierten Projektes auf 6,5 Milliarden Euro zu erweitern. Die große Frage ist, ob die Vertreter von Kapitalseite und Arbeitnehmern die Mehrkosten für den Staatskonzern und damit den Weiterbau auch genehmigen, wenn das Projekt unwirtschaftlich wird.

Ob die Aufsichtsräte am Dienstag überhaupt abstimmen, ist allerdings fraglich. Ein Aufsichtsrat äußerte die Ansicht, ihm lägen noch zu wenig Informationen vor. Aufsichtsratsvize Alexander Kirchner betonte, ihm sei die Diskussion über Alternativen bislang zu kurz gekommen. Er verlangt Klarheit darüber, ob Stadt und Land ihre Beiträge auch in ein Alternativprojekt stecken würden. Damit könnten sie noch das Abstimmungsverhalten der Aufsichtsräte beeinflussen.

CDU-Fraktionschef Peter Hauk geht indes davon aus, dass der Bahn-Aufsichtsrat grünes Licht für den Weiterbau gibt. „Wir erwarten dann von der Bahn, dass sie mit aller Energie den Weiterbau angeht“, sagte Hauk am Montag in Stuttgart. Vor allem müsse die Bahn die Projektsteuerung verbessern. Zugleich appellierte er an die grün-rote Landesregierung, keine zusätzlichen Genehmigungshürden für Stuttgart 21 aufzubauen.

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