Netflix zählt zu den beliebtesten Streaming-Anbietern in Deutschland. Foto: dpa

Die Abonnenten des Streamingdiensts Netflix mit einer Googlemail-Adresse müssen sich vor Betrügern in Acht nehmen. Wir erklären, warum das so ist.

Stuttgart - Schlechte Nachrichten für die Nutzer des Streamingdiensts Netflix mit einem Mail-Account bei Googlemail beziehungsweise Gmail: Betrüger können mit dieser Kombination eine fiese Masche anwenden. Der beliebte E-Mail-Dienst von Google ignoriert bei der Eingabe der Mail-Adresse Punkte sowie Groß- und Kleinschreibung. Für das Versenden von Mails spielt es keine Rolle, ob jemand michael.mueller@gmail.com oder MichaelMueller@gmail.com eintippt – die Nachricht kommt trotzdem beim richtigen Empfänger an.

Eigentlich eine unterstützende Funktion, die zusammen mit einem Netflix-Konto aber zum Problem werden kann. Denn Netflix macht bei der Registrierung zwischen den verschiedenen Schreibweisen einen Unterschied. Das bedeutet, dass sich theoretisch mehrere Nutzer mit unterschiedlicher Schreibweise des selben Gmail-Kontos einen Netflix-Account anlegen können.

Betrüger können sich die Kombination zu Nutzen machen

Einer dieser User könnte für sein Abonnement eine aufladbare Prepaid-Kreditkarte als Zahlungsmittel hinterlegen. Ist nicht mehr ausreichend Geld vorhanden, schickt Netflix eine Mail an die hinterlegte Mail-Adresse, welche bei der Registrierung angegeben wurde und fordert zur Eingabe der Kreditkartendaten auf. Die Mail landet aufgrund der oben beschriebenen Eigenschaft von Gmail-Adressen im Postfach von Michael Müller. Klickt dieser auf den Link in der Mail, gelangt er ohne Log-in-Schranke in die Zahlungseinstellungen eines Netflix-Kontos und wird gebeten seine Zahlungsdaten zu aktualisieren. Hier kommen Kriminelle ins Spiel.

Betrüger können diese Masche nutzen und die echten Netflix-Mails als betrügerische Masche missbrauchen, um dadurch an Kreditkartendaten zu kommen. Michael Müller gelangt über den Link nämlich nicht unbedingt in sein eigenes Konto und könnte seine Daten unwissentlich an einen Fremden weitergeben.

Wie können sich Netflix-User vor der Masche schützen?

Deswegen sollten ähnliche Mails von Netflix besonders genau angeschaut werden. Der effektivste Schutz gegen diese Methode: Nicht mit einer Gmail-Adresse bei Netflix registrieren oder, falls bereits geschehen, diese durch eine andere Mail-Adresse ersetzen. Die Lücke wurde von einem britischen App-Entwickler entdeckt, der sie in einem Blog-Eintrag erklärt.

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