Das Verbot von Waffen und Messern soll Besucher von Festen schützen. Aber wie viel bringt die Vorschrift wirklich? Foto: dpa/Arne Dedert

Den Maientag-Umzug in Vaihingen/Enz (Kreis Ludwigsburg) mit 25 000 Menschen durch eine Waffenverbotszone zu schützen, wie es die AfD fordert, wäre übertrieben.

Keine Frage – die Liste der Anschläge ist länger geworden. Die Sicherheitslage in Deutschland hat sich verschärft. Das ist von der Politik längst erkannt worden und führt dazu, dass Kommunen, die – wie Vaihingen mit dem Maientag – ein Fest veranstalten, mehr in Streckenposten, Poller und Walkie-Talkies investieren müssen.

 

Ob jedoch ein Maientag-Umzug mit 25 000 Teilnehmern und Zuschauern mit einer ausgedehnten Waffen- und Messerverbotszone effektiv gesichert werden kann, wie es AfD und Wir-Liste unisono fordern, daran darf gezweifelt werden.

Die Polizei hat solche Waffen, unter anderem Macheten und Springmesser, sichergestellt. Foto: Imago/Jochen Tack

Natürlich klingt solch eine Forderung danach, als ob die Bürger besser beschützt werden sollen. Sie im Umzugstrubel umzusetzen, bleibt indes schwer. Wer Böses im Schilde führt, wird sich durch eine Waffen- und Messerverbotszone davon nicht abhalten lassen. Diese Erkenntnis ist nicht neu und hat die Vaihinger Verwaltung dazu veranlasst, die Sicherheitsvorkehrungen nicht ins Uferlose wachsen zu lassen.

Abends ist die Gefahr größer, wenn Alkohol im Spiel ist

Es wäre Augenwischerei, 100-prozentige Sicherheit vorzugaukeln. Die Verbotszone auf das Festgelände zu beschränken, ist gerechtfertigt, weil die Gefahr dort größer ist, da eine gewaltbereite Klientel in Feierlaune unter Alkohol besonders abends leichter zu einer Waffe greifen könnte.

Alle, die unbeschwert an dem bisher relativ friedlich verlaufenen Maientag nicht in Terrorangst erstarren wollen, könnte ein Blick in die Statistik zu mehr Gelassenheit verhelfen. Eine Studie von Canada Life beziffert das Risiko, Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden, auf 1:27,3 Millionen. Das sind 0,0000037 Prozent. Das Risiko, an den Folgen ungesunder Ernährung zu sterben liegt bei 0,91 Prozent. Die Zahlen sind zwar zehn Jahre alt, an den Relationen dürfte sich aber nicht viel geändert haben.

Die Angst vor Terroranschlägen wird medial getriggert

Die Angst vor Anschlägen ist nur begrenzt rational, sondern wird zuvörderst durch soziale Medien getriggert. Neue Anschläge rufen die Erinnerung an ältere wach, ihre illusorische Verknüpfung dient uns als Beleg für mögliche weitere Anschläge.