Pascal Reinhardt hat als Trainer der SG Sonnenhof Großaspach ein überragendes Jahr hinter sich. Was will er mit dem Regionalligisten erreichen? Wie plant er seine eigene Zukunft?
Pascal Reinhardt steht mit der SG Sonnenhof Großaspach auf Regionalliga-Platz zwei und arbeitet derzeit mit prominenten Kollegen an seiner Trainer-A-Lizenz. Der 33-Jährige spricht über seine Ziele.
Herr Reinhardt, sind Sie gut gestartet ins neue Jahr?
Absolut. Ich bin in Thailand reingestartet, von daher gibt es Schlimmeres.
2025 hätte besser nicht laufen können.
Man kann nicht hoch genug bewerten, was der Verein und die Mannschaft da geleistet haben.
Aufstieg aus der Oberliga mit nur einer Saisonniederlage, WFV-Pokal-Sieg, DFB-Pokal-Auftritt gegen Leverkusen . . .
. . . diese Erfolge stehen über allem, aber auch die Art und Weise der Auftritte und die Entwicklung, die wir alle gemeinsam genommen haben, waren phänomenal. Und zum Jahr 2025 gehört natürlich auch der aktuell zweite Tabellenplatz in der Regionalliga. Das zeigt, wir haben uns nie auf irgendetwas ausgeruht, sondern immer noch einen draufgesetzt.
Woran liegt’s – außer an einem guten Trainer?
(lacht) Immer an der Mannschaft. Die Gier, die Siegermentalität in jedem Trainingsspiel ist bewundernswert. Jeder Einzelne will besser werden, davon profitiert das Team.
Und in den restlichen 14 Saisonspielen machen die SG und der um einen Punkt bessere Spitzenreiter SGV Freiberg den Aufstieg unter sich aus?
Stand jetzt sieht es danach aus, aber es werden schon noch andere Vereine mitsprechen wollen. Der SV Sandhausen zum Beispiel hat immer besser reingefunden. Wir sind entspannt und schauen in Etappen.
Die Stuttgarter Kickers haben in der Saison 2023/24 die Gunst der Stunde verpasst, um aus der Regionalliga rauszukommen. Muss man günstige Ausgangspositionen in dieser schwierigen, ausgeglichenen Liga nicht unbedingt versuchen zu nutzen.
Wenn man sieht, wie viele Clubs schon seit vielen Jahren versuchen aufzusteigen, mag das schon sein. Ich denke da an Kickers Offenbach oder den FC 08 Homburg. Ich war 2013/14 als Spieler in Homburg, schon damals hat man dort vom Aufstieg gesprochen. Auch der FSV Frankfurt oder der TSV Steinbach Haiger liebäugeln immer wieder mal damit, hoch zu kommen.
Also gehen Sie All-in?
Wenn einer schwächelt, keiner ans Limit kommt, dann versucht man als Sportler immer, das Optimale rauszuholen. Trotzdem: Andere Teams um uns herum haben eine ganz andere Erwartungshaltung. Deshalb gehen wir es ganz ohne Druck an und schauen, was am Ende herauskommt. Wir sind weit davon entfernt, irgendetwas zu müssen. Wir wollen nur – und zwar jedes Spiel gewinnen.
Wann gibt es Vollzug, was die Verlängerung Ihres am Saisonende auslaufenden Vertrags betrifft?
Wir sind in sehr guten Gesprächen seit Ende des vergangenen Jahres. Es geht auch in die richtige Richtung. Aber es ist noch nichts bekannt zu geben.
Sie haben im vergangenen Dezember eine Woche bei Zweitligist Hannover 96 hospitiert. Wie kam es dazu?
96-Coach Christian Titz war mein Coach in Homburg, wir haben ein sehr vertrauensvolles Verhältnis. Die Einblicke und der Austausch mit dem Trainerteam war top, ich konnte für meine Arbeit neuen Input, neue Ideen mitnehmen.
Aktuell machen Sie die A-Lizenz?
Ja, ein cooler Lehrgang mit spannenden Teilnehmern wie den Ex-Profis Lars Stindel, Makoto Hasebe oder Benjamin Hübner, dem Co-Trainer von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Aber auch Marcel Abele von Oberligist VfR Mannheim ist dabei oder Patrick Faber, der Coach von Verbandsligist TSG Hofherrnweiler, der als Sportlehrer schon ein paar Punkte gesammelt hatte für die gar nicht so einfache Teilnahme an dem Lehrgang.
Wie lange läuft der Lehrgang?
Bis Oktober/November. Der Rhythmus sieht so aus: Wir sind drei Tage von Montag bis Mittwoch vor Ort im DFB-Campus in Frankfurt. Dann wieder vier Wochen daheim, in denen wir Aufgaben erledigen müssen.
Der nächste Schritt wäre die Uefa-Pro-Lizenz.
Da hätte ich natürlich nichts dagegen, aber es wird immer schwieriger, in den Lehrgang reinzukommen. Viele Trainer versuchen es schon seit einigen Jahren.
Den einfachsten Weg dürften Sie kennen. . .
(lacht) Ich habe schon mal davon gehört, dass man als Drittliga-Aufstiegstrainer die Lehrgangsteilnahme sicher hat. Aber damit habe ich mich noch nicht beschäftigt. Zumal ich ja erst einmal meine A-Lizenz machen muss.