Will sich unbedingt mit dem Klassenverbleib am Saisonende in Richtung TSV Hannover-Burgdorf verabschieden: Bietigheims Torwart Domenico Ebner. Foto: Baumann

Rückschlag für die SG BBM Bietigheim im Kampf gegen den Abstieg: Der Hauptkonkurrent um den Klassenverleib, der VfL Gummersbach, hat völlig überraschend Champions-League-Teilnehmer Rhein-Neckar Löwen geschlagen. Ein Ergebnis, das auch dem Terminchaos geschuldet ist.

Stuttgart - Die Bundesliga-Handballer der SG BBM Bietigheim haben am Donnerstagabend trainiert. Kurz danach sickerte das Sensations-Ergebnis der parallel stattfindenen Partie VfL Gummersbach gegen Rhein-Neckar Löwen (28:23) durch. „Damit hatte wirklich keiner gerechnet. Die Stimmung in der Kabine war nicht sehr prickelnd“, verrät SG-Torwart Domenico Ebner. Gummersbach ist der Hauptkonkurrent der Bietigheimer im Kampf gegen den Abstieg. Deshalb hieß es für das SG-Team von Trainer Hannes Jon Jonsson: Nicht gespielt und doch verloren. „Der Countdown läuft, wir haben dennoch noch alle Chancen“, sagt Ebner tapfer. Der italienische Nationaltorwart will sich am Saisonende unbedingt mit dem Nichtabstieg aus Bietigheim Richtung TSV Hannover-Burgdorf verabschieden. Doch die zwei nicht einkalkulierten Punkte für den VfL Gummersbach (jetzt 11:41 Punkte), der am letzten Spieltag am 9. Juni zur SG BBM Bietigheim (8:42 Punkte) muss, erhöht den Druck auf die SG vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (16 Uhr/MHP-Arena Ludwigsburg) gegen den Bergischen HC. „Mit 15 Punkten am Ende hätte man es wahrscheinlich geschafft“, lautet die Rechnung von Ebner. Schlusslicht Eulen Ludwigsburg (7:45 Punkte) kann nur noch ein kleines Wunder retten.

920 Kilometer Busfahrt

Auf der Zielgeraden gibt es jedoch oftmals die verrücktesten Ergebnisse. Aus mehreren Gründen. Das Resultat in Gummersbach hängt auch mit dem Terminchaos zusammen. An diesem Samstag (19 Uhr) müssen die Rhein-Neckar Löwen schon wieder in ihrem eminent wichtigen Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei HBC Nantes ran. Dort geht es für die Badener darum, ein 34:32 aus dem ersten Duell gegen die Franzosen zu verteidigen. „Wir dachten wohl, wir könnten die Punkte im Vorbeigehen aus Gummersbach mitnehmen. Und während des Spiels konnten wir den Schalter nicht mehr umlegen“, sagte Löwen-Regisseur Andy Schmid selbstkrititisch. Kurz darauf stieg er mit seinen Mannschaftskolleen in den Bus und machte sich auf die 920 Kilometer lange Fahrt durch die Nacht nach Frankreich.

Kettemann sieht Handlungsbedarf

„Es ist sehr ärgerlich, innerhalb von 48 Stunden zwei Begegnungen bestreiten zu müssen, zumal eben auch die Anreise nicht optimal ist“, hatte Löwen-Trainer Nikolai Jacobsen schon vor der Partie in Gummersbach gesagt. Das große Problem: Der bestehende Fernsehvetrag sieht nur Ligaspiele am Donnerstag und Sonntag sowie ausnahmsweise am Samstag vor. Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann fordert deshalb eine Grundsatzentscheidung der Liga, um den deutschen Champions-League-Startern zu helfen. „Wir brauchen mehr Flexibilität. Es muss möglich sein, dass deutsche Vereine auch mittwochs ihre Ligaspiele austragen können, wenn sie samstags in der Champions-League spielen.“ Spätestens ab der K.-o.-Runde solle dies möglich sein. Ansonsten leiden nicht nur die deutschen Vertreter in der Königsklasse darunter. Der 48-Stunden-Irrsinn trägt zumindest auch seinen Teil zu einer Art Wettbewerbsverzerrung in der Liga bei. Der VfL Gummersbach, der natürlich auch einen Sahnetag erwischte, nutzte seine Chance gegen die auf die Königsklasse fokussierten Löwen entschlossen, die SG BBM Bietigheim musste darunter leiden.

Das Restprogramm des VfL Gummersbach,

Platz 16, 621:749 Tore, 11:41 Punkte:

Auswärts: SG Flensburg-Handewitt (18. April, 19 Uhr)

Heim: HC Erlangen (28. April, 16 Uhr)

Auswärts: HSG Wetzlar (2. Mai, 19 Uhr)

Heim: TBV Lemgo Lippe (11. Mai, 18.30 Uhr)

Auswärts: TSV Hannover-Burgdorf (14. Mai, 19 Uhr)

Auswärts: SC Magdeburg (23. Mai, 19 Uhr)

Heim: Frisch Auf Göppingen (29. Mai, 18.30 Uhr)

Auswärts: SG BBM Bietigheim (9. Juni, 15 Uhr)

Das Restprogramm der SG BBM Bietigheim,

Platz 17, 598:744 Tore, 8:42 Punkte:

Heim: Bergischer HC (31. März, 16 Uhr)

Auswärts: GWD Minden (21. April, 16 Uhr)

Heim: HSG Wetzlar (25. April, 19 Uhr)

Auswärts: Rhein-Neckar Löwen (2. Mai, 19 Uhr)

Heim: TSV Hannover-Burgdorf (9. Mai, 19 Uhr)

Auswärts: HC Erlangen (16. Mai, 19 Uhr)

Heim: TBV Lemgo Lippe (25. Mai, 20.30 Uhr)

Auswärts: SC Magdeburg (29. Mai, 18.30 Uhr)

Heim: VfL Gummersbach (9. Juni, 15 Uhr).

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: