Erzbischof Stephan Burger will mit Opfern sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche ins Gespräch kommen. Foto: dpa

Eine Studie hatte den massiven sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Kleriker in den vergangenen Jahrzehnten detailliert belegt. Nun will sich der Freiburger Erzbischof Stephan Burger mit Missbrauchsopfern treffen.

Freiburg - Nach dem jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche hat die Erzdiözese Freiburg eine Expertengruppe sowie ein Beratungstelefon für Opfer eingerichtet. Zudem werde die Präventionsarbeit gestärkt, sagte Erzbischof Stephan Burger am Freitag in Freiburg. Die aus internen und externen Experten bestehende Gruppe solle Strukturen der Kirche kritisch überprüfen und Strategien entwickeln, wie Missbrauch künftig verhindert werden könne. Als Beispiel nannte er eine Modernisierung der Priesterausbildung. Zudem werde er das persönliche Gespräch mit von Missbrauch Betroffenen suchen, sagte der Erzbischof.

Burger bat Missbrauchsopfer um Vergebung und räumte Machtmissbrauch und Fehler ein. Auch in seiner Erzdiözese seien Akten manipuliert worden, Täter der vergangenen Jahrzehnte seien so nicht mehr zu identifizieren. Freiburg ist mit rund 1,9 Millionen Katholiken eine der größten Diözesen in Deutschland.

Studie offenbarte massiven sexuellen Missbrauch

Eine am Dienstag von der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellte Studie hatte den massiven sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Kleriker in den vergangenen Jahrzehnten detailliert belegt. Zwischen 1946 und 2014 sollen demnach mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige missbraucht haben. Kritisiert wurden in der Studie Strukturen der Kirche, die Missbrauch auch heute noch begünstigten.

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