Ein Restaurant in Lima bot unterschiedliche Speisekarten für Männer und Frauen an (Symbolbild). Foto: Sven Hoppe/dpa

Eine Speisekarte für Frauen kommt das beliebte Restaurant La Rosa Náutica in Peru teuer zu stehen. Für die Diskriminierung von Frauen müssen die Besitzer mehr als 55 000 Euro bezahlen.

Lima - Das Bereitstellen von Speisekarten für Frauen ohne Preise kommt ein Restaurant in Perus Hauptstadt Lima teuer zu stehen. La Rosa Náutica muss für die als diskriminierend eingestufte Behandlung von Frauen umgerechnet mehr als 55 000 Euro bezahlen, entschied das Nationale Institut für die Verteidigung freien Wettbewerbs und den Schutz geistigen Eigentums.

Das bei Touristen und der gehobenen Schicht beliebte Restaurant hatte Frauen, die in männlicher Begleitung kamen, goldenfarbene Menüs gegeben, aus denen nicht hervorging, wie viel das Fisch-Ceviche oder die gebratenen Jakobsmuscheln kosteten. Männer bekamen blaue Speisekarten inklusive Information über Preise. Das Restaurant teilte mit, Frauen könnten so „einen romantischen Abend genießen“, ohne sich über die Kosten sorgen zu müssen.

Strafe für das Restaurant

„Diese kleinen Dinge mögen harmlos wirken“, sagte Liliana Cerrón am Montag, Mitarbeiterin der für die Strafe zuständigen Behörde. „Aber am Ende des Tages sind sie die Basis für ein chauvinistisches Konstrukt, das die Unterschiede zwischen Männern und Frauen untermauert.“

Die Besitzer des Restaurants, das häufig auch in Reiseführern genannt wird, äußerten sich zunächst nicht auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur AP. Sie stritten jedoch während des Rechtsstreits ab, dass die Praxis diskriminierend sei. Menüs ohne Preise „preisen die Position der Frauen“, argumentierten sie.

Zusätzlich zu der Strafe muss das Restaurant ab sofort das gleiche Menü für Frauen und Männer bereitstellen, das Personal schulen und ein Schild aufstellen, dass Diskriminierung nicht geduldet werde.

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