Ines Anioli macht Lust auf Bananen. Foto: Dominik Müller

Ines Anioli arbeitet sich mit ihrer neue Bühnen-Show „Cumedy – deeper wird’s nicht“ im ausverkauften Wizemann am alten Rein-Raus-Spiel ab.

Stuttgart - Ines Anioli kommt lasziv tanzend auf die Bühne und ihre überwiegend weiblichen Fans sind ganz bei ihr. Ihre neue Bühnen-Show „Cumedy – deeper wird’s nicht“ ist am Donnerstag im Wizemann mit 270 Plätzen ausverkauft. Sicherheitshalber ist der Eintritt erst ab 18, denn was die 33-jährige zu erzählen hat, ist nicht jugendfrei, es geht um: Sex und Fäkalien. Darunter sind Berichte über Intimbehaarung, Zungenspiele und diverse – Jobs. Anioli weiß: Sex sells.

Es wird viel gelacht an diesem Abend. Um ihr Publikum abzuholen und sich mit ihm gemein zu machen, berichtet sie von ihrer Kindheit, ihren Jugendsünden im Solarium, und zeigt per Power-Point Präsentation Fotos von damals – ach, früher. In ihrer polnisch-katholischen Erziehung sucht sie Gründe dafür, weshalb sie eigentlich so ist, wie sie ist? Wie wird man zu Deutschlands berühmtester Sex-Talkerin?

Dann berichtet sie von diversen Situationen, in denen sie schon mal – aufs Klo musste. Und sie bringt uns bei: Wir alle müssen defäkieren und flatulieren – Aniolis Wortwahl war ein wenig anders – deshalb seien wir alle gleich schön. Sie liebe ihre „Scheidi Klumm“ und das sollte jede Frau. Die Fans kennen das schon aus ihrem Podcast „Besser als Sex“, der mit einer Reichweite von 150 000 wöchentlich zu den Erfolgreichsten gehört.

Aufklärung steht nicht im Vordergrund

Anioli hat eine Mission: Sie möchte das Publikum aus der verschämten Isolation und das A-Loch in die Mitte der Gesellschaft bringen, sagt sie. Gewartet hat jetzt keiner drauf, aber danach hat die selbst ernannte „Infaulenzerin“, die auch gelernte Radiomoderatorin ist, nicht gefragt.

Am Ende gibt es Standing Ovations für die Überwindung der Schamgrenze. Die Entertainerin arbeitet sich zwei Stunden lang am alten Rein-Raus-Spiel ab. Männer sind etwa zehn im Publikum, sogar ein Single. Anioli fordert: „Alle einmal draufsetzen!“. Er muss für ein paar Witze herhalten – das war’s. Deeper wird’s echt nicht. Aufklärung steht nicht im Vordergrund. Anioli will unterhalten.

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