In Kernen kann der Parkobolus künftig per Handy beglichen werden. Foto: dpa//Ingo Wagner

In Kernen startet voraussichtlich ein Projekt für digitales Buchen. Der Verwaltungsausschuss signalisiert seine Zustimmung. In der Talstraße soll getestet werden, ob die Idee kommunal eine Zukunft hat.

Kernen - Nicht allzu lange mehr soll es dauern, bis Autofahrer in der Talstraße in Rommelshausen ihre Parkgebühren per Handy begleichen können. Zumindest der Verwaltungsausschuss hat der Einführung des digitalen Parkens und dem Abschluss eines entsprechenden Vertrags mit der Firma Parkster in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig und ohne ohne größere Debatten zugestimmt. In vielen Lebensbereichen sei das Smartphone heute allgegenwärtig, immer mehr Autofahrer bezahlten ihre Parkgebühren lieber per Smartphone als zu Bargeld, EC- oder Kreditkarte greifen zu müssen, lautete dazu die Argumentation, die bereits die CDU in einem entsprechenden Haushaltsantrag aufgegriffen hatte. „Die Einführung des Smartphone-basierten Parkens stellt ein modernes und bürgernahes Digitalisierungsangebot dar, das keinen Investitionsaufwand erfordert“, ergänzte nun die Verwaltung in den Beratungsunterlagen.

Bargeldloses Bezahlsystem

Perspektivisch, so die weiterführende Idee, werde für Kernen die Erstellung eines intelligenten Parkraumkonzepts und eine Digitalisierung des Parkraums angestrebt, für die ein bargeldloses Bezahlsystem, ergänzend zu den Parkscheinautomaten, ein erster Baustein sei.

Von zwei eingegangenen Angeboten entsprechender Anbieter favorisiert die Verwaltung das der Firma Parkster. Dieses umfasst unter anderem eine kostenlose Smartphone-App, die Beschilderung von Parkflächen und entsprechende Schulungen für Gemeindemitarbeiter.

Das erste Gebiet soll laut der bisherigen Planungen der Parkplatz Talstraße sein. Später kommt voraussichtlich auch die Tiefgarage des Bürgerhauses in Rommelshausen dazu – wenn dort dann auch ein Wlan-Netz zur Verfügung steht. Im Hinblick auf zukünftige Park- und Verkehrskonzepte, so versprechen die Anbieter, könnten mittels der „digitalen Parkscheibe“ auch die zeitlich befristeten Parkflächen entlang der Straßen erfasst werden. Damit würde dann ein Überblick über die Auslastung der jeweiligen Parkflächen gewonnen.

Jährliche Kosten: rund 200 Euro

Bei jährlichen Kosten von überschaubaren rund 200 Euro soll die Gemeinde den vollen Betrag aller über die App gelösten Parkscheine erhalten. Besondere Auswirkungen auf die Erlöse aus den Parkgebühren werden nicht erwartet. Kernens Bürgermeister Benedikt Paulowitsch sieht das zusätzliche Angebot der digital begleichbaren Parkgebühr als ein Vorhaben, das absolut in die heutige Zeit passe. Das Projekt wurde als Haushaltsantrag eingereicht, aber in der Frühphase der Corona-Pandemie gab es notgedrungen keine Debatte über einzelne Anträge zum Haushalt für das laufende Jahr. Die Diskussion über die Park-App sei ein erster Schritt, das damals gegebene Versprechen einzulösen, sagt der Bürgermeister: Alle Anträge, die von den Fraktionen schriftlich eingereicht, aber nicht besprochen und beschieden wurden, würden selbstverständlich bei Gelegenheit nach und nach abgearbeitet, sagt Paulowitsch.

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