Geld anlegen ist schwer in Zeiten extrem niedriger Zinsen. Jetzt fürchten Anleger noch Strafzinsen Foto: dpa

Seit die erste Bank negative Zinsen erhebt, suchen Sparer verzweifelt nach Alternativen. Sie fragen bei unserer Telefonaktion, ob ihr Geld unter dem Kopfkissen nicht besser aufgehoben ist.

Stuttgart - Zinsen nahe null auf sichere Geldanlagen nehmen viele Sparer gerade noch hin. Dass jetzt sogar Strafzinsen ins Gespräch kommen, geht vielen aber zu weit. Bei unserer Telefonaktion zur Geldanlage wollen sie von den Experten wissen: Ist es diesem Fall nicht besser, das Ersparte abzuheben und zu Hause aufzubewahren? Die Sorgen sind groß. Die Experten vom privaten Bankenverband empfehlen, Ruhe zu bewahren. Derzeit sehe es nicht danach aus, dass Banken für Privatanleger Strafzinsen verlangen werden. Der Wettbewerb zwischen den Instituten sei zu intensiv. Selbst im eigenen Tresor bleibe die Aufbewahrung von Bargeld zu Hause ein Risiko.

Angestoßen hat die Debatte die Deutsche Skatbank. Als erstes Institut in Deutschland verlangt sie negative Zinsen – allerdings nur bei Gesamteinlagen von mehr als drei Millionen Euro. Vor wenigen Tagen hat auch Bankenpräsident Jürgen Fitschen Strafzinsen auf Kundeneinlagen nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Jedes Haus müsse sich damit auseinandersetzen und eine eigene Entscheidung treffen. Die Banken würden aber sehr verantwortungsvoll mit dem Thema umgehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) verlangt von Banken, die Geld bei ihr parken, 0,2 Prozent Zinsen.

Anleger suchen immer stärker nach Möglichkeiten, ihr Vermögen zu schützen und wenigstens einen Inflationsausgleich zu schaffen. Die Experten warnen jedoch, dabei nur auf Immobilien zu setzen. Sie raten, die Anlagen zu streuen und sich auch mit Aktiensparplänen oder festverzinslichen Wertpapieren auseinanderzusetzen.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte zu Wochenbeginn noch einmal bekräftigt, dass die Notenbank weitere Maßnahmen gegen das schwache Wachstum und die niedrige Inflation ergreifen werde.

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