Foto: Sat 1/André Kowalski

Der Hohenloher Koch Serkan Güzelcoban kämpft in der Sat-1-Sendung „Top Chef Germany“ um den Sieg. Sendestart ist am 8. Mai, gedreht wurde in München, Berlin und auf Mallorca.

Öhringen - Was spät am Abend aus einer Laune heraus begonnen hat, wird zu einem großen Abenteuer. Auf den Tipp eines Kollegen hin bewirbt sich der türkischstämmige Koch Serkan Güzelcoban aus Öhringen (Hohenlohekreis) beim TV-Sender Sat 1 für die neue Kochshow „Top Chef Germany“. Die Anforderungen: „Fachwissen und Innovation, Lust, Ehrgeiz und die Bereitschaft, dem Publikum die beste Küche der Welt zu zeigen“. Im Gegensatz zum Sat-1-Format „The Taste“, in dem auch – zumindest angeblich – Amateure zugelassen sind, treten hier zwölf Profiköche mit insgesamt vier Michelin-Sternen gegeneinander an.

Eine Woche später kommt die Einladung zum Casting in München, unter 300 Bewerbern kommt auch der Öhringer weiter. Inzwischen sind die sechs Folgen abgedreht, die von 8. Mai an zur besten Sendezeit laufen. Der Juror ist die Kochlegende Eckart Witzigmann.

Güzelcoban hat eine steile Karriere gemacht

Abenteuerlich ist das Leben von Serkan Güzelcoban aber schon lange: Seine Kochlehre absolviert der heute 34-jährige „Hauptschüler und Stuttgart-Heslacher mit Migrationshintergrund“, wie er sich beschreibt, im Hotel Millennium & Copthore in Stuttgart. Dann geht es Schlag auf Schlag: Eckart Witzigmanns Palazzo, Hotel Paradies in Ftan in der Schweiz, Restaurant Colón in Portocolom auf Mallorca, Restaurant Cube in Stuttgart.

Der Zwei-Sterne-Koch Boris Benecke holt dann den damals 24-Jährigen als seinen Stellvertreter ins Schlosshotel Friedrichsruhe bei Öhringen. 2013, nach nur zwei Jahren als Küchenchef, erkocht sich Serkan Güzelcoban im Restaurant Handicap in Künzelsau einen Michelin-Stern. Mit 31 Jahren kündigt er den Job, um den ihn viele beneiden, und macht sich in Öhringen mit gleich drei Lokalen selbstständig. Doch Güzelcoban übernimmt sich, wird zahlungsunfähig. Heute ist seine Frau und die Mutter seiner vier Töchter, selbst vom Fach, die Inhaberin des Restaurants Kleinod, er arbeitet dort als angestellter Küchenchef.

Seine gute Laune hat der Koch aber nicht verloren. „Wer gewinnt, zeigt sich im Finale“, sagt Güzelcoban und grinst, „das wurde auf Mallorca gedreht.“ Schlecht, so ist zu vermuten, hat er wohl nicht abgeschnitten. Denn von seiner Küche –  einem Cross-over aus Orient und Okzident – ist nicht nur er selbst überzeugt: „Levante-Küche ist stark im Kommen.“ Diesen Vorteil habe er ausgespielt, und dass er es als Einzelkämpfer gewohnt sei, „wie in einer Arena zu fighten“. Gedreht wurde fast vier Wochen lang, im Studio und außerhalb – in der Arminius-Markthalle in Berlin, in den Brandenburger Wäldern, im Münchner Olympia-Stadion.

Der Koch sagt: Man muss alles geben

Dort spielt auch eine Szene des Sat-1-Trailers „Die Köche betreten die Arena“. O-Ton: „Sie sind nicht gekommen, um zu gewinnen, sondern um nichts zu verlieren.“ Da blitzen die Messer, schlagen Flammen zur Decke, splittert Glas, fließen Tränen und wird oft geflucht. „Du musst alles geben“, sagt der Mann mit einer dichten schwarzen Mähne, einem Bart und dunklen Augen: „Die falsche Entscheidung kostet dich den Kopf.“ Ob es zum Titel gereicht hat, wird sich zeigen.

Die „kleine Aufwandsentschädigung“ für die Dreharbeiten trägt den Vertreter in Serkans Restaurant Kleinod nicht: „Das ist schon ein hohes Risiko für mich.“ 50 000 Euro Preisgeld könnte Güzelcoban also gut brauchen, und den Karriereschub nähme er gerne mit. Eines bleibt „Mr. Machine“, wie sein Spitzname im Team lautet: Er ist auf dem Pressefoto des Senders einer der zwölf (Apostel) am Tisch des Jahrhundertkochs Witzigmann. Halleluja!

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