Michael Gargiulo lächelt als sein Anwalt während seines Prozesses die Schlussargumente präsentiert. Eine Woche nach einem Schuldspruch in einem aufsehenerregenden Mordprozess haben Geschworene in Los Angeles den 43-jährigen „Hollywood Ripper“ für zurechnungsfähig erklärt. Foto: Marcio Jose Sanchez/Pool AP/dpa

US-Geschworene haben den mehrfachen Frauenmörder Michael Gargiulo für zurechnungsfähig erklärt. Im September wird das Gericht in Los Angeles das endgültige Strafmaß verkünden. Dem „Hollywood Ripper“ droht nun die Todesstrafe.

Los Angeles - Eine Woche nach einem Schuldspruch in einem aufsehenerregenden Mordprozess haben Geschworene in Los Angeles den 43-jährigen Michael Gargiulo für zurechnungsfähig erklärt. Damit droht dem als „Hollywood Ripper“ bekannten Serienmörder nun die Todesstrafe, wie die „Los Angeles Times“ berichtet. Hätte die Jury ihn zum Zeitpunkt der Straftaten für unzurechnungsfähig befunden, hätte Gargiulo seine Strafe in einer Anstalt absitzen müssen. Im September soll das Gremium über das Strafmaß beraten.

Vorige Woche, am 16. August, war Gargiulo wegen Mordes an zwei Frauen und wegen versuchten Mordes an einem dritten Opfer schuldig gesprochen worden. Die Taten waren äußerst brutal. Der Mann war 2008 wenige Wochen nach einem Messerangriff auf eine 27-jährige Nachbarin in Santa Monica festgenommen worden. Die Frau überlebte.

Durch DNA-Spuren wurde der Tatverdächtige mit der Ermordung von zwei Frauen in den Jahren 2001 und 2005 in Verbindung gebracht. 2005 wurde eine 32-jährige Nachbarin Gargiulos bei einer nächtlichen Messerattacke in ihrer Wohnung getötet. Der Täter stach laut Polizeiberichten viele Male zu und schnitt seinem Opfer die Brüste ab. In einem weiteren Prozess wird Gargiulo die Ermordung einer 18-Jährigen im Jahr 1993 in Chicago im US-Bundesstaat Illinois vorgeworfen.

Gargiulo habe seine weiblichen Opfer äußerst brutal und kaltblütig umgebracht, erklärte die Staatsanwaltschaft in dem seit Mai laufenden Verfahren. Es war das „planmäßige und systematische Abschlachten von Frauen“, so Staatsanwalt Daniel Akemon.

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Gargiulo suchte „die perfekte Gelegenheit“, um zu morden

„Es war sein Hobby, die perfekte Gelegenheit zu planen, um Frauen mit einem Messer in ihren Häusern anzugreifen“, erklärte Akemon. Der Täter habe seine Opfer bewusst ausgesucht, ihnen nachgestellt und sie dann brutal attackiert.

2001 Bekannte von Ashton Kutcher erstochen

Außerdem wurde die 22-jährige Ashley Ellerin 2001 in ihrem Haus mit 47 Messerstichen getötet aufgefunden. Ellerin war eine Bekannte des Schauspielers Ashton Kutcher (41, „Two and a Half Men“). Er trat als Zeuge in dem Prozess auf. Ende Mai schilderte der Hollywood-Star, wie er im Februar 2001 Ellerin zu einer Verabredung abholen wollte, aber vergeblich an die Tür seiner Bekannten klopfte. Der damals 23-Jährige stand am Anfang seiner Karriere.

Er sei spät dran gewesen und habe sich gedacht, dass sie ohne ihn ausgegangen sei, sagte Kutcher. Er habe durch ein Fenster geschaut und rote Flecken auf dem Teppich entdeckt, die er aber für Rotwein gehalten habe. Wenige Tage zuvor hätten sie dort eine Party gefeiert, und so habe er sich nichts weiter dabei gedacht.

Kutcher, der seit 2015 mit seiner Kollegin Mila Kunis verheiratet ist und mit ihr zwei Kinder hat, zählte zu den mehr als 200 Personen auf der Zeugenliste in dem Prozess.

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Überlebende überführe den mörderischen Klempner Gargiulo

Gargiulo, ein Klempner, wurde im Juni 2008 wenige Wochen nach einem Messerangriff auf eine 27 Jahre alte Nachbarin in Santa Monica festgenommen. Die Frau überlebte und sagte nun vor Gericht aus: Sie sei nachts aufgewacht, als ein Mann mit einem Messer auf sie eingestochen habe. Dabei wurde der Angreifer verletzt und hinterließ bei seiner Flucht Blutspuren, die schließlich zu seiner Verhaftung führten.

Gargiulo habe die Morde immer bestritten, machten seine Anwälte geltend. Den Angriff auf die Nachbarin in Santa Monica räumte die Verteidigung jedoch ein. Über ihren Mandanten sagten sie, er habe an einer psychischen Störung gelitten und könne sich nicht an den Vorfall erinnern.

Die Geschworenen müssen kommende Woche über die Zurechnungsfähigkeit des Angreifers urteilen. Gargiulo könnte möglicherweise die Todesstrafe erhalten.

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„Hollywood Ripper“ tötete bereits 1993 in Chicago

In einem weiteren Prozess wird dem Beschuldigten die Ermordung einer 18-Jährigen in Chicago im US-Bundesstaat Illinois vorgeworfen. Der Fall ereignete sich im Jahr 1993. Die brutale Gewaltserie soll mit dem Mord an seiner jungen Nachbarin begonnen haben.

Gargiulo war damals 17 Jahre alt und mit dem jüngeren Bruder des Opfers befreundet. Erst viele Jahre später konnten die Ermittler DNA-Spuren unter den Fingernägeln der Ermordeten mit dem „Hollywood Ripper“ in Verbindung bringen.

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