Der neue Held: Eric Carter Foto: Fox

Das Leben ist zu kurz, um es mit schlechten Serien vor dem Fernseher zu verschwenden. Unser Schnelltest verrät, ob es sich wirklich lohnt, sich auf eine neue Serie, eine Serienstaffeln einzulassen. Wir haben für Sie gesehen: „24: Legacy“ von Fox.

Stuttgart - Das Leben ist zu kurz, um es mit schlechten Serien vor dem Fernseher zu verschwenden. Unser Schnelltest verrät, ob es sich wirklich lohnt, sich auf eine neue Serie, eine Serienstaffel einzulassen. Wir haben für Sie gesehen: die Pilotfolge von „24: Legacy“.

Worum geht es? Die Fortsetzung der Kultserie „24“ dreht sich wie früher 24 Stunden lang und in Echtzeit erzählt um ein recht beschränktes Themenfeld: Terroristen bedrohen die USA, und nur einer kann sie aufhalten. Ein überschaubares, aber wie immer reichlich vermintes ­Terrain: Wer ist gut, und wer tut nur so? Nach wenigen Handlungsminuten stellen sich noch ganz andere Fragen: Spricht nur das Böse Arabisch? Ist die Welt, die der Held aller Helden, der Meister der Hau­degen, Jack Bauer, 2010 hinterlassen hat, nach wie vor bloß Schwarz und Weiß?

Was soll das alles? Als die Bilder der ersten Staffel 2001, untermalt vom nervösen elektronischen Uhrticken, über den Bildschirm hetzten, hechelte die ganze Welt euphorisch hinterher: Neue Erzähltechnik! Neue Stilmittel! Wie Kino! Wow! Bis zur finalen achten Staffel hatten das Heldenbild und die brutalen Foltermethoden die Grenze des Zumutbaren zu oft weggeballert – die Zuschauerzahlen waren am Ende so abgewrackt wie Jack Bauer. Aber die Produzenten Howard Gordon, Manny Coto, Evan Katz und Brian Grazer haben vermutlich zu viele Preise für „24“ bekommen, um die ­Serie in Frieden ruhen zu lassen. Und noch einer glaubt als Produzent an die Fortsetzung: Kiefer Sutherland also Jack Bauer himself. Copy that. Now.

Wer spielt den Helden? „Legacy“, das Erbe, tritt Eric Carter (Corey Hawking) an. Die riesigen Fußstapfen, die Jack Bauer in seiner atemlos dramatischen Art vermutlich auch in den härtesten Beton hineingetrampelt hätte, füllt nun ein junger Soldat, dem das gelingt, weil Corey Hawking gut spielt – und nicht so verbissen wie damals Sutherland unbedingt ein Held sein will.

Die Sätze des Tages „Ich bin der einzige, dem ich vertrauen kann.“ „Wir müssen das heimlich machen.“ „Es könnte er sein.“ Und, Klassiker: „Let’s go!“ im Kugelhagel.

Die Szene des Tages Innerhalb der ersten Minute sieht man einen stark blutenden, gefesselten Mann, Arabisch sprechende Männer, eine Waffe, einen Schuss.

Wer soll das gucken? Alle, die beim ersten Ticken der berühmten Uhr wieder drauf sind auf der Droge „24“.

Wer nicht? Wer dem sich ständig wiederholendem Kawumm früher nicht verfallen war, wird den Stoff auch in abgewandelter Form nicht schlucken wollen. Dass in „Legacy“ ein Hispanier ins Weiße Haus einziehen will, macht den eindimensionalen Umgang mit Gut und Böse auch nicht besser.

Bingewatch-Faktor? Die Cliffhanger sind immer noch gut. Helfen aber nicht weiter.

Gesamtnote 3-4

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: