Sandra Ketterer wohnt in einer Wohngemeinschaft direkt neben der S-Bahn-Haltestelle Rohr. Das ist für sie ein großer Vorteil. Foto: Maike Woydt

Die Studentin Sandra Ketterer hat bis ins vierte Fachsemester gebraucht, um eine endgültige Bleibe zu finden. Mittlerweile lebt sie in ihrer persönlichen Wohlfühlbleibe in Rohr.

Vaihingen - Das Haus, in dem Sandra Ketterer wohnt, ist von außen rosa gestrichen. Auf den Klingelschildern stehen jeweils vier Namen. „Das ganze Haus ist an Studenten vermietet“, sagt Sandra Ketterer, die an der Hochschule der Medien (HdM) Werbung und Marktkommunikation studiert. Sie teilt sich die Wohnung im ersten Stock mit zwei Männern und einer Frau.

Bis sie dort einziehen konnte, brachte sie vier Umzüge hinter sich. „Anfangs dachte ich, dass ich im Auto am Campus übernachten müsse“, sagt sie. Übergangsweise sei sie dann bei einem Bekannten eingezogen, dort konnte sie aber nur einige Wochen bleiben, weil dieser aus Stuttgart weggezogen ist und sie sich die Wohnung nicht leisten konnte. Anschließend verschlug es die 27-Jährige in ein Wohnheim nach Bad Cannstatt. Dort blieb sie ebenfalls nur kurze Zeit, weil sie sich in der Umgebung nicht wohl fühlte. Sie habe dort in kurzer Zeit einige schlechte Erfahrungen gemacht. „Ich habe im Wohnheim zum Beispiel mit zehn Leuten zwei Toiletten geteilt“, sagt Sandra Ketterer.

Es war ein langer Weg bis zur Wohlfühlunterkunft

Im Dezember 2013 hoffte sie, endlich angekommen zu sein: In einer Wohngemeinschaft mit zwei Mitbewohnern in Filderstadt war ein Zimmer frei geworden. Allerdings löste sich die WG im August 2014 auf, sodass sie gezwungen war, erneut nach einer Unterkunft zu suchen. Die Studentin ist nur durch Zufall auf ihre jetzige Wohnung gestoßen, nun lebt sie schon seit mehr als einem halben Jahr in der Wohngemeinschaft und fühlt sich richtig wohl. „Wir verstehen uns super – und ich bin hier in Stuttgart endlich richtig angekommen.“.

Ursprünglich kommt die 27-Jährige aus Straubing in Niederbayern. Ihr Dialekt verrät sie. Dort hatte sie sieben Jahr als Mediengestalterin und zuletzt als Art Director gearbeitet. Doch ihre Arbeit erfüllte sie nicht ganz, „ich wollte noch etwas anderes machen“. An ihrem Studium gefällt ihr, dass der kaufmännische Bereich integriert ist, sodass sie die Möglichkeit hat, später auch eine eigene Firma zu leiten oder eine Team-Leitung in einer Werbeagentur zu übernehmen. „Ich wusste bei meiner Bewerbung übrigens nicht, wie begehrt die HdM ist“, sagt Sandra Ketterer. Sie habe richtig Glück gehabt, dass es mit ihrer Bewerbung klappte und sie sich unter den mehr als tausend Bewerbern durchsetzen konnte.

Die finanzielle Unabhängigkeit musste sie wieder aufgeben

Doch das war nicht die einzige Hürde, die sie nehmen musste. Denn am schwersten sei es ihr gefallen, wieder auf finanzielle Hilfe von ihrer Mutter angewiesen zu sein. „Ich habe vorher voll verdient und jetzt jobbe ich nebenher, um mir etwas dazu zu verdienen“, sagt die Studentin. Wenn man bereits eine Ausbildung habe und sich dann nochmals für ein Studium entscheide, habe man immer noch die Möglichkeit, in seinem alten Beruf nebenher zu arbeiten und so weiterhin Geld zu verdienen. Das sei ein Vorteil. Die Miete für die Wohnung würde aber ihre Mutter zahlen.

In Straubing hatte sie mit ihrem Cousin eine Wohnung mit 100 Quadratmetern bezogen. Da sei die Umstellung auf die studentischen Verhältnisse doch schwer gewesen. Doch in Stuttgart sei sie froh gewesen, einfach nur eine Unterkunft zu haben. Die Lage neben dem Bahnhof Rohr sei toll, sagt Sandra Ketterer. Abends würde sie oft in die Stadt fahren. Außerdem wohne eine ihrer Kommilitoninnen direkt um die Ecke. Für den Sommer sei erst mal eine große Grillparty mit allen Hausbewohnern geplant, weil man sich im Winter im Hausflur nur selten gesehen habe.

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