Wer kennt die knuffigen Ungeheuer aus dem Pixar-Film „Die Monster-AG“ eigentlich nicht? Die Serie „Monster bei der Arbeit“ auf Disney+ führt zurück in ihre Welt.
Stuttgart - Die irritierend dynamische moderne Arbeitswelt hat auch eine beruhigende Konstante: Alle Grundwerte, Ziele, Methoden, Werkzeuge, Strategien und Märkte sind beständig im Fluss. Man kann sich fest darauf verlassen, dass morgen nicht mehr gilt, was heute als alternativloses Grundgesetz dasteht. Dieser Abwechslungsreichtum hat jetzt auch die sympathischen Ungeheuer aus Pixars Monsterkosmos erreicht.
Das herrlich vielgestaltige Völkchen der knuffigen Gruselfratzen haben wir 2001 im Kinofilm „Monsters, Inc.“ kennengelernt, der hierzulande „Die Monster-AG“ heißt. Das nächtliche Kindererschrecken, so war da zu lernen, ist eine organisierte Industrie. Die eigentlich ganz harmlosen Monster treten aus ihrer Dimension durch spezielle Türen in die Schlafzimmer unserer Welt herüber und buhen herum, weil Kinderangst eine Energiequelle ist. Die ersetzt in der Monstersphäre Strom, Gas und Kohle.
Kleine Probleme bei der Energiewende
Die Witze, Anspielungen und Karikaturen waren ziemlich erwachsen, aber Kinder haben den Film genau so geliebt wie Erwachsene. Eine Kinofortsetzung und diverse Kurzfilme folgten, und nun gibt es eine neue Serie beim Streamingdienst Disney+: „Monster bei der Arbeit“, im Original „Monsters at Work“. Hier findet die radikale Energiewende statt: Die Monsterwelt stellt um auf Spaßkraft. Die bisher aufs Erschrecken spezialisierten Nachtarbeiter sollen von jetzt auf gleich mit ihren Hauern, Klauen, Tentakeln, Hörnern und Glubschaugenreihen überrumpelte Kinder zum Lachen bringen. Kein leichter Job.
Gleich auf zwei Etagen der Monster-AG führt diese Serie. Auf der eigentlichen Produktionsebene, auf der wir alte Bekannte aus den Filmen wiedertreffen, kommt es bei der Energiewende noch zu kleineren Schwierigkeiten bis hin zum Totalausfall. Kinder weinen, Monster brechen frustriert zusammen, Slapstick- Chaos zerstört ganze Produktionsanlagen.
Charme und Lachstrom
Spätestens damit wären wir auf der zweiten Etage, bei der Instandhaltungstruppe im Keller, zu der der Neuling Tyron stößt, der sich von hier aus zum Spaßmacher hocharbeiten will. Diese Figuren sind in den Kinofilmen nicht vorgekommen, aber überzeugt, ohne sie ginge nichts, sie hätten stets im Hintergrund alles zusammengehalten.
Wieder sind die Witze ziemlich erwachsen. Wie im echten Leben kommt sich Tyron am ersten Tag im neuen Job vor, als sei er in einer Mischung aus Tollhaus und Vorhölle gelandet. Die durchgeknallten Kollegen schwanken zwischen bitterem Zynismus und fröhlicher Inkompetenz, die Arbeit steckt voller sinnfreier Rituale und unlösbarer Aufgaben. Muss man nicht doch mal ein bisschen gearbeitet haben, um ein paar der besten Spitzen zu verstehen? Aber vermutlich wird der Charme der Figuren auch die Kleinen mitreißen, während die Eltern Typen und Konstellationen aus dem Alltag wiedererkennen. Die Serie dürfte ordentlich Lachstrom für die Monster liefern.
Verfügbar beim Streamingdienst Disney+, wöchentlich neue Folgen