Kurt Matthes zeigt die Web-App, mit der übers Smartphone die Mittagsgerichte bestellt werden können. Es gibt sie seit drei Jahren. Foto: Fritzsche

Wer in Plieningen unterwegs ist und Hunger bekommt, kann sich über das Smartphone Mittagessen bestellen, nämlich über die App der Metzgerei Matthes.

Plieningen - In ein, zwei, drei Klicks zum Mittagessen, so funktioniert die Web-App der Metzgerei Matthes, die speziell auf die Nutzung am Smartphone ausgelegt ist: Man ruft die Seite auf, wählt das gewünschte Mittagessen aus, bestellt und kommt dann in die Metzgerei an der Filderhaupt-straße, um sich sein Gericht abzuholen und zu bezahlen.

„Wir haben das entwickelt, weil viele unserer Kunden die neuen Medien bevorzugen“, erzählt der Inhaber und Fleischermeister Kurt Matthes. Die Web-App sei vorrangig für die jüngeren Leute gedacht, die in Plieningen unterwegs sind und mit dem Smartphone schnell das Mittagessen bestellen. Über die Internetseite ordern viele Firmen aus Plieningen, Degerloch, von der Messe und der näheren Umgebung Mittagsgerichte für die Belegschaft, berichtet Matthes. „Das hat für uns Vorteile im Ablauf: Niemand muss ans Telefon springen, um Bestellungen aufzunehmen, die Kunden im Laden werden nicht alleine gelassen. Das ist für alle angenehmer.“

Es gibt Renner und Penner bei den Gerichten

Kann man mit den Online- und App-Bestellungen auch besser planen? Hier schmunzelt Kurt Matthes. „Wenn die Leute bis um 11 Uhr bestellt hätten, wie die Vorgabe lautet, dann vielleicht...“ Das klappe aber meistens nicht. Für den Chef ist das nicht so schlimm: „Mittlerweile haben wir Erfahrungswerte“, sagt Matthes. „Bei den Mittagsgerichten gibt es Renner und Penner – wenn es Schnitzel und Cordon Bleu gibt, kann ich mit 20 bis 25 Prozent mehr Bestellungen rechnen.“ Im Winter laufen demzufolge deftige Gerichte wie Linsen und Saiten besser, im Sommer ist der Salat mit gebratenen Putenstreifen der Renner.

70 Prozent aller Mittagstisch-Bestellungen, so schätzt Matthes, werden online oder über die App getätigt. Letztere gibt es seit drei Jahren. Matthes sieht das pragmatisch: Man müsse einfach mit der Zeit gehen. „Die jüngeren Kunden sehen das als Voraussetzung an.“ Ein Betrieb werde von den Jüngeren anders beurteilt: nicht ausschließlich über die Produktqualität, wie es vielleicht früher der Fall war, sondern zunächst über den Internetauftritt, die Kontaktmöglichkeiten, dann über den Laden, dann erst über die Produkte. „Die Reihenfolge hat sich verändert. Darum ist es wichtig, dass wir diese Option haben.“

Der Laden macht die Vielfalt möglich

Zwischen 80 und 100 Mittagessen gehen in der Metzgerei Matthes jeden Tag über die Ladentheke, bei den erwähnten Lieblingsessen auch mal 130, schätzt Kurt Matthes. Seit mehr als 15 Jahren bietet das Familienunternehmen den Mittagstisch an. Angefangen habe alles mit einem Campingkocher, der für diese Zwecke ganz unbrauchbar war, erinnert sich der Chef. Von Montag bis Freitag gibt es jeweils ein Tagesessen sowie mehrere Wahlessen. „Wir kochen das alles aus der Frische des Ladens heraus, so ist die Vielfalt möglich“, sagt Matthes. Neben den Online- und App-Bestellern, die ihr Essen in der Metzgerei abholen, beliefert Matthes auch eine Reihe von Rentnern sowie einen Teil der Grundschüler an der Körschtalschule.

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