Rindfleisch auf asiatische Art unter einem Kräuter- und Gewürzbett Foto: factum/Granville

Im asiatischen Restaurant Lemongras wird ohne Salz, Zucker und Glutamat gekocht. Dafür mit Kräutern und Gewürzen aus aller Welt, die den Gerichten außergewöhnliche Noten verleihen.

Ludwigsburg - Um sein Wissen über Kräuter und Gewürze zu erweitern, ist San Tran Thi, der seit kurzer Zeit das Restaurant Lemongras in Ludwigsburg betreibt, durch die ganze Welt gereist. „Ich war in 64 Ländern“, erzählt der aus Bhutan stammende 60-Jährige. Eigentlich war der gelernte Koch immer unterwegs: in Asien, Südamerika, Afrika und Neuseeland. Manchmal trieb er sich ein halbes Jahr irgendwo im Dschungel oder bei Ureinwohnern herum. „Meine Frau sagt oft, ich soll doch meine Kräuter heiraten.“ Gemeinsam mit ihr ist er nun aber in der Wohnung über dem Lemongras in der Gänßfußallee sesshaft geworden. Hier war zuvor das indische Restaurant Suriya gewesen.

Gesüßt wird mit Früchten wie Mango

Dort verarbeitet San Tran Thi die seiner Meinung nach besten Kräuter und Gewürze aus aller Welt in den Gerichten in seinem Mittagstisch – zum Beispiel Zitronenblätter, Ingwer oder Exoten wie getrocknete Amazonasblüten. „Außerdem kochen wir ohne Salz, Zucker und Glutamat“, sagt er. Fisch und Fleisch sind frisch. Auf der Karte klingen die Mittagsgerichte dennoch klassisch: „Knusprige Ente mit Gemüse in Erdnuss-Soße“, „Reisnudeln mit Salat und gebratenem Rindfleisch“ oder „Zanderfilet mit Gemüse in Currysoße.“

Was auf den Tellern serviert wird, ist aber außergewöhnlich. Dem Zander zum Beispiel geben der ausgewählte Kräutermix, Sternanis und Nelken eine ganz neue Note. Die Süße im Gericht kommt von einer Mango. Werktags werden die Mittagsmenüs aus der Küche von 11.30 bis 15 Uhr zum Preis von 7,90 Euro bis 9,90 Euro serviert. Mit dabei ist auch immer ein veganes Gericht. Zu jeder Speise gibt es einen Salat oder eine Frühlingsrolle.

Veganes kommt auch auf die Teller

Noch spannender wird es auf den weiteren Seiten der Speisekarte. Dort tragen die Gerichte Namen wie „Chaos in Tokio“, „Alle Vögel sind schon da“ oder „Verwirrtes Reh“. Die Ideen dazu hat San Tran Thi von seinen Reisen und Auslandsaufenthalten mitgebracht: „Ich habe die Namen der Gerichte einfach ins Deutsche übersetzt.“

Immer wieder hat er, neben seiner 30-jährigen Tätigkeit als Koch hierzulande, in Restaurants, Hotels und bei Events zwischen New York, Südafrika und Neuseeland gearbeitet. Darunter in hochwertigen Sterneküchen, für die es üblich gewesen ist, Prominente zu bekochen. Steffi Graf sei ein großer Fan seiner Erdbeersuppe, Helmut Kohls Frau Hannelore schwärmte von seiner Pekingente und sagte zu ihm: „Machen Sie weiter so!“ In Manhattan hat er sogar eine Zeit lang in einen Undercover-Restaurant für Stars, die ungestört speisen wollten, gearbeitet. Seine Anekdoten zu den Gerichten würden ein Buch füllen. Aber wer den Restaurant-Chef fragt, dem erzählt er seine Erlebnisse gerne. Sein Ziel in der Barockstadt: „Ich will hier ganz normalen Leuten die hochwertige Küche zugänglich machen.“ Dafür hat er Fische aus dem Wildfang und Fleischsorten wie Reh, Hirsch, Strauß oder Tomahawk-Steak sowie 18 verschiedene Gemüsesorten aus aller Welt im Angebot.

Zu jedem Gericht kennt der Chef eine Geschichte

Der beste Tipp für dieses Restaurant ist übrigens, sich nicht selbst durch das große Angebot der Karte zu wühlen. Wer San Tran Thin erklärt, was er mag, bekommt prompt das passende Gericht und noch eine Geschichte dazu serviert.

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