Werkstattleiter Jochen Fischer (rechts) und der Auszubildende Lukas Krone beim gemeinsamen Blick unter die Motorhaube. Foto: Roberto Bulgrin

Die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ist abwechslungsreich und herausfordernd und zählt beim Nachwuchs noch immer zu den beliebtesten.

Esslingen - Die Faszination wirkt vorwiegend bei jungen Männern, nach wie vor können sie sich offenbar kaum dem Reiz des Autos entziehen. Zwar verliert es bei den Heranwachsenden als Statussymbol an Wert, doch der Beruf des Kfz-Mechatronikers zählt beim Nachwuchs noch immer zu den beliebtesten. Die auf dreieinhalb Jahre angesetzte Ausbildung ist herausfordernd, abwechslungsreich und bietet Perspektiven. Schließlich spiegelt sich der Wandel in der Automobilindustrie im Berufsbild wider.

Immer mehr Abiturienten auf dem Ausbildungsmarkt 

Bei Lukas Krone hat, auch unter dem Einfluss des Vaters, schon früh der Funke der automobilen Leidenschaft gezündet. Geschwindigkeit und Motorkraft, auch manches Design waren hierfür verantwortlich. Auf dem Motorroller sammelte er erste fahrerische Erfahrungen. Dann fielen erste Reparaturen in die eigenen Hände, der technische Hintergrund wurde immer interessanter. Konsequent, dass der Kirchheimer nach dem Abitur die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker wählte, und zwar beim Autohaus Jesinger im Esslinger Gewerbegebiet Neckarwiesen. Dass Abiturienten sich vermehrt auf dem Ausbildungsmarkt und im Kraftfahrzeugbereich tummeln – auch das dokumentiert eine Entwicklung. Ein Aspekt dabei: die gestiegenen Anforderungen.

Das Konventionelle ist immer noch wichtig

Das Technikpaket am Auto war zuvor schon immer anspruchsvoller geworden, nun aber macht die ganze Industrie einen Transformationsprozess durch. Zwar ist die Anzahl der Komponenten im Elektromotor geringer als im Verbrenner, doch spezifisches Wissen wird künftig mehr gefragt sein. „Um Fehler zu finden, sind Elektrik-Grundkenntnisse nicht mehr ausreichend“, sagt Jochen Fischer, der Werkstattleiter bei Jesinger. Akku statt Kraftstoffanlage, Wegfall des Schaltgetriebes – der Wandel ist tief greifend. Doch es bleiben Konstanten: die Bremsanlage etwa, auch die Antriebswelle. Und so wird das Konventionelle nach wie vor Niederschlag in der Ausbildung finden.

„Langfristig wird sich der Elektroantrieb durchsetzen“, ist der 22-jährige Lukas Krone überzeugt. Jochen Fischer pflichtet ihm bei: „Das ist ein richtiger und wegweisender Schritt in eine saubere Zukunft.“ Auch wenn bekannte Schwächen wie Reichweite, Ressourcenverbrauch bei der Batterieherstellung und dünnes Ladenetz noch angepackt werden müssten.

Bewerberzahl auf hohem Niveau

Krone hat sich für den Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik in der Kfz-Mechatroniker-Lehre entschieden. Ausbildungsschwerpunkte gibt es derer fünf, neben der Systemtechnik die Personenkraftwagen-, die Motorrad-, die Karosserie- und die Nutzfahrzeugtechnik. Letztere bewirbt Elli Roderburg-Schnierle. Die geschäftsführende Gesellschafterin bei Jesinger will dem „Stiefkind“ auf die Sprünge helfen – durchaus aus Eigennutz, schließlich ist das Autohaus auch im Lastwagensegment aktiv. Insgesamt bewege sich die Bewerberzahl zum Kfz-Mechatroniker aber noch immer auf hohem Niveau, der Pkw-Schwerpunkt ist nach wie vor der beliebteste. Doch von den Aspiranten wird bei den Grundkenntnissen mehr erwartet als früher. „Bei Mathe, Physik und Technik müssen die Bewerber gut unterwegs sein, auch kommunikative Fähigkeiten werden eingefordert“, sagt Roderburg-Schnierle.

Lehre als gute Grundlage

All das hat Lukas Krone eingebracht, diesen Sommer wird er seine Ausbildung nach drei Jahren abschließen – als Abiturient hat er ein halbes Jahr erlassen bekommen. Wie es danach weitergeht? Mal sehen. Die Lehre sei eine gute Grundlage für Weiterbildungen, vielleicht packt Krone noch ein Studium oben drauf – etwa das der Fahrzeugtechnik. „Es ist die richtige Berufswahl“, ist er überzeugt. Und Jochen Fischer erwartet, dass noch etliche Kfz-Mechatroniker-Auszubildende folgen werden: „Ich hoffe, dass die Faszination Auto bestehen bleibt.“

Die Ausbildungsmesse „Karriere 2021“ läuft von Donnerstag, 11. März, bis zum Sonntag, 14. März. Es ist die erste rein virtuelle Ausbildungsmesse, die sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler der Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen, sowie Eltern und Lehrkräfte richtet. Es wird auch einen Live-Chat geben, bei dem Messebesucher persönlich Personalverantwortliche und Auszubildende kontaktieren können. Eine Vorab-Registrierung ist ab sofort möglich. Informationen und Registrierung unter www.karrieremesse-esslingen.de

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