Im Gespräch: Dié (re.) und Vedad Ibisevic Foto: Pressefoto Baumann

VfB-Sportvorstand Robin Dutt lobt die Ausstrahlung von Neuzugang Serey Dié im Training: „Er hat eine tolle Ausstrahlung“ – was wohl auch an den Erfolgserlebnissen beim Africa Cup liegen dürfte. An Trainer Huub Stevens werden derweil keine Zweifel gehegt.

Stuttgart - Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert beim VfB Stuttgart – auch nicht nach dem neuerlichen Rückschlag, dem 1:2 bei 1899 Hoffenheim am vergangenen Samstag. Der Montag war frei, am Dienstag, kurz vor zehn, betreten die Profis in den roten Pullis und schwarzen Hosen den Trainingsplatz. Laufen, hüpfen, schneller laufen, höher hüpfen – warmmachen eben.

Erst danach kommen die Kicker dorthin, wo die etwa 100 Zuschauer sehen können, was so abgeht beim Tabellenletzten. Die beiden Co-Trainer geben beim Passspiel die Anweisungen, Huub Stevens schaltet sich nur selten ein, der Chef beobachtet – und registriert dann gemeinsam mit den Fans im letzten Drittel der Einheit doch noch einen Unterschied zur vergangenen Woche. Denn: Jetzt ist ja Geoffroy Serey Dié mit von der Partie.

Dié gibt bereits munter Anweisungen

Dié fällt nicht nur wegen seiner eigenwilligen Frisur auf. Der 30-Jährige spricht mit seinen neuen Kollegen, er lacht, vor allem aber gibt er bereits munter Anweisungen. „Komm“, ruft er dann laut – und schickt ein „Allez!“ hinterher, um das Signal zur Attacke zu geben.

„Serey kommuniziert gleich sehr viel in drei verschiedenen Sprachen“, hat VfB-Sportvorstand Robin Dutt zufrieden festgestellt. Schließlich ist dieser neue Impuls genau das, was sich Dutt und Stevens vom Ivorer erwartet haben. „Der erste Eindruck ist gut“, sagt Dutt, der richtig froh ist, dass Dié vor seiner Ankunft in Stuttgart noch den Sieg beim Afrika-Cup gefeiert hat.

Dadurch mussten die Stuttgarter zwar ein paar Tage länger auf den Mittelfeldspieler warten, dessen Selbstvertrauen ist dafür umso größer. „Er kommt mit einer breiten Brust“, sagt Dutt und breitet die Arme aus, „er hat eine gute Ausstrahlung.“ Die manchen Kollegen verblüfft hat. „Der eine oder andere war schon überrascht, dass er gleich das Zepter in die Hand nimmt“, sagt Dutt, „aber genau das hat sich der Trainer ja gewünscht.“ Am Freitag (20.30 Uhr) dürfte Dié erstmals in der Startformation stehen.

„Wir wollen und können am Freitag gewinnen“

Dann empfangen die Roten Borussia Dortmund – und Robin Dutt versucht erst gar nicht, die Bedeutung dieser Partie herunterzuspielen. „Natürlich ist das ein wichtiges Spiel“, sagt er und erhofft sich eine ähnliche Leistung, wie sie seiner Mannschaft im Heimspiel gegen den FC Bayern gelungen ist – mit einem Unterschied: Am Ende will der VfB nicht wieder mit leeren Händen dastehen.

„Wir wollen und können am Freitag gewinnen“, sagt Dutt, der weiß: „Die Mannschaft braucht ein Schlüsselerlebnis.“ Auch, um den Glauben an die eigene Stärke hochzuhalten. Also ergänzt er: „Es gibt in der Bundesliga fast keine Mannschaft, gegen die man von vorneherein chancenlos wäre.“

Zuversichtlich macht den Sportvorstand nach wie vor die Stabilität, die das Team defensiv entwickelt hat. Und davon, dass es auch mit Torchancen und -erfolgen bald wieder klappen wird, ist er auch überzeugt. Da vertraut Dutt voll und ganz seinem Trainer, dessen zur Schau gestellte Ratlosigkeit nach der Partie in Hoffenheim den Sportchef nicht nachhaltig beunruhigt hat: „Natürlich hat das Trainerteam auch einen Plan, wie die Mannschaft das Ziel Toreschießen erreichen soll. Wir haben keinen Anlass zu zweifeln.“

Auf die Mischung zwischen Abwehr und Angriff wird es ankommen in den kommenden Wochen im Kampf gegen den Abstieg. Also vor allem auch auf Geoffroy Serey Dié – den neuen Mann an der Schnittstelle.