Sepa-Umstellung Banken bremsen Spender aus

Von Jürgen Bock 

Im Zuge der Sepa-Umstellung sind auch die SB-Terminals in Banken neu justiert worden – mit der Folge, dass viele Geräte jetzt keine Spendenzahlscheine mehr erkennen Foto: dpa
Im Zuge der Sepa-Umstellung sind auch die SB-Terminals in Banken neu justiert worden – mit der Folge, dass viele Geräte jetzt keine Spendenzahlscheine mehr erkennen Foto: dpa

Wer spenden will, kann das derzeit nicht auf alle herkömmlichen Methoden tun. Viele SB-Terminals in Banken verweigern seit der Sepa-Umstellung die Annahme von Spendenvordrucken. Betroffen ist vor allem die Deutsche Bank.

Stuttgart - Die Adventszeit ist auch Spendenzeit. Viele Menschen wollen gerade vor Weihnachten etwas geben. Und werden nach Recherchen der Stuttgarter Nachrichten dabei bundesweit ausgebremst. Nämlich dann, wenn sie mit den häufig verwendeten Überweisungsvordrucken der wohltätigen Organisationen an SB-Bankterminals gehen.

Manche dieser Geräte, an denen man seine Bankgeschäfte automatisiert erledigen kann, erkennen die Zahlscheine seit der Sepa-Umstellung nicht mehr. Die Kunden erhalten eine Fehlermeldung und können ihre Spende nicht tätigen. Sie werden aufgefordert, andere Überweisungsträger zu benutzen, die Daten von Hand einzugeben oder zum Schalter zu gehen.

Viele Kunden sind darüber verärgert. Ob und in welchem Umfang den Organisationen durch die Probleme Spenden entgehen, lässt sich nicht genau sagen. Der Deutsche Fundraisingverband, der die Interessen vieler gemeinnütziger Organisationen vertritt, schlägt jedenfalls Alarm. Es sei durchaus denkbar, dass Kunden wegen der Schwierigkeiten auf ihre Spende verzichten, heißt es dort – zumal unkundige Bankmitarbeiter oft für die Überweisung am Schalter auch noch Gebühren kassierten. „Es handelt sich um ein flächendeckendes Problem. Bei uns sind Beschwerden von allen wesentlichen Organisationen aufgetaucht“, sagt Vorstandsmitglied Cornelia Blömer. Sie nennt unter anderem Brot für die Welt, Amnesty International und Ärzte ohne Grenzen.

Während viele Banken offenbar nur punktuell betroffen sind, bezieht sich die große Mehrzahl der Fälle auf die rund 1500 Terminals der Deutschen Bank. „Es handelt sich um einen technischen Fehler, der nicht so einfach zu beheben ist“, räumt ein Sprecher ein. Man werde die Terminals mit Aufklebern versehen und die Mitarbeiter schulen: „Kein Kunde darf bei uns behindert werden, wenn er spenden will.“

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