Enigma-Chiffriermaschine aus dem 2. Weltkrieg liegt auf dem Grund der Ostsee. Bei der Suche nach herrenlosen Fischernetzen in der Ostsee haben Forschungstaucher die Enigma-Chiffriermaschine gefunden. Foto: Florian Huber/submaris/dpa

Umweltschützer haben in der Ostsee nach herrenlosen Fischernetzen gesucht. Per Zufall machen sie dabei eine sensationelle Entdeckung: In der Geltinger Bucht bei Flensburg stoßen sie auf eine Verschlüsselungsmaschine Enigma der Deutschen aus dem Zweiten Weltkrieg.

Kiel - Im Auftrag der Naturschutzorganisation WWF sollen Taucher herrenlose Fischernetze – sogenannte Geisternetze – in der Ostsee bergen. Stattdessen machen sie einen Sensationsfund: In der Geltinger Bucht stoßen Forschungstaucher der Kieler Firma Submaris auf eine Enigma-Verschlüsselungsmaschine aus dem Zweiten Weltkrieg, wie der Umweltschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) mitteilte.

Es sei „mit Abstand der historisch spannendste Fund, den wir je hatten“, sagt WWF-Referentin Gabriele Dederer.

Geheimwaffe der Wehrmacht

In der östlich von Flensburg gelegenen Geltinger Bucht landete die Chiffriermaschine offenbar, als die deutsche Kriegsmarine dort in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs eine groß angelegte Selbstversenkungsaktion unternahm, um eine Übergabe von 47 U-Booten an die Alliierten zu verhindern.

„Wir vermuten, dass unsere Enigma im Zuge dieses Ereignisses über Bord gegangen ist“, erklärt Florian Huber, Unterwasserarchäologe und Submaris-Taucher.

Während des Zweiten Weltkriegs verschlüsselte die deutsche Wehrmacht ihre Funksprüche mit Hilfe der Enigma. Heute gelten die Chiffriermaschinen als Raritäten. Der Erfolg britischer Mathematiker beim Entschlüsseln der deutschen Chiffriermethode wurde in dem Oscar-prämierten Spielfilm „The Imitation Game“ mit Benedict Cumberbatch verfilmt.

Suche nach Geisternetzen

Es komme immer wieder vor, dass die mit moderner Technik ausgestatteten Taucher, die die Meere im Auftrag des WWF von Geisternetzen befreien sollen, größere Gegenstände fänden, so Dederer. Historisch bedeutsame Objekte wie die Enigma seien da selten. In solchen Fällen arbeite der WWF mit den Archäologischen Landesämtern und dem Munitionsbergungsdienst von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein zusammen.

Die Enigma-Maschine aus der Geltinger Bucht kommt nun in die Restaurierungswerkstatt des Museums für Archäologie in Schleswig. Dort soll sie weiter untersucht und konserviert werden.

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