Ein Menschenaffe der neu entdeckten Orang-Utan-Art Pongo tapanuliensis hängt auf der Insel Sumatra in einem Baum. Foto: dpa

Aus zwei mach’ drei. Nach jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es eine weitere Art der Orang-Utans. Deswegen sind sie jedoch nicht weniger bedroht.

Jakarta - Auf Sumatra haben Forscher eine neue Art der Orang-Utans ausfindig gemacht. Nach jahrelangen Untersuchungen kam ein internationales Forscherteam zu dem Schluss, dass es sich bei der Gruppe von rund 800 Menschenaffen, die von anderen isoliert auf der der indonesischen Insellebt, um eine eigenständige Art handelt. Sie bekam – nach der dortigen Region – den Namen Tapanuli-Orang-Utan (Pongo tapanuliensis).

„Man findet nicht jeden Tag eine neue Art von Menschenaffen. Diese Entdeckung ist sehr aufregend“, sagte Michael Krützen von der Universität Zürich, einer der beteiligten Forscher. Er und Kollegen präsentieren die Erkenntnisse in der Fachzeitschrift „Current Biology“ vom Donnerstag. Wegen des geringen Bestands gilt die neue Art als extrem gefährdet.

Aussterbende Spezies

Das Forscherteam warnte zugleich vor einem baldigen Aussterben der Tapanuli-Orang-Utans. Sie seien vor allem durch Jagd und durch den geplanten Bau von Staudämmen gefährdet, die große Teile ihres Lebensraums zerstören würden.

Bereits bei einer Sterblichkeitsrate von einem Prozent pro Jahr wäre ihr Überleben nicht mehr gesichert. „Würden nur acht von 800 Tieren pro Jahr getötet oder auf andere Weise von der Population entfernt, würde die Art aussterben“, heißt es in dem Bericht.

„Die Entdeckung eines neuen Menschenaffen ist eine Sensation und zeigt, dass die Urwälder der Welt noch immer viele Überraschungen parat haben“, sagt Susanne Gotthardt, Indonesien-Referentin beim World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland. „Kaum entdeckt ist die neue Art mit nur 800 Individuen leider schon akut bedroht. Neben Goldabbau, illegaler Entwaldung und Wilderei stellt ein geplantes Dammbauprojekt die größte Bedrohung für sie dar. Der Tapanuli-Orang-Utan lebt im Batang-Toru-Wald auf einer Fläche von nur 1100 Quadratkilometern. Genau dort soll ein Damm für ein Wasserkraftwerk errichtet werden. Das müssen wir unbedingt verhindern.“

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