Das Sensapolis ist ein Spieleparadies für Kinder, bald sollen Besucher dort übernachten können. Foto: SDMG/Dettenmeyer

Im ehemaligen Weltraum-Bereich des Indoor-Freizeitparks wird ein Hotel gebaut. Wer soll dort übernachten? Und wann ist die Eröffnung? Ein Rundgang auf der Baustelle.

Das Sensapolis ist ein Ort, an dem Kinder durch ein Märchenschloss wandeln, eine Drachenrutsche hinuntersausen, eine Dusche im Ball-Wasserfall nehmen oder in einem Hochseilklettergarten ihren Mut testen können. Der Indoor-Freizeitpark auf dem Flugfeld Böblingen/Sindelfingen, den es seit 2008 gibt, ist ein Kinderparadies. Künftig sollen Besucher dort auch übernachten können: Der Inhaber Alexander Schreibeisen baut ein Hotel mitten in den Freizeitpark hinein. Familien, vor allem aber Geschäftsleute sollen in rund 80 Zimmern die Nacht verbringen können.

 

Hotelzimmer auf vier Etagen

Wer regelmäßig das Sensapolis besucht, weiß von dem Vorhaben schon lange, denn bereits seit zwei Jahren ist ein Viertel der 10 000 Quadratmeter großen Halle abgesperrt und das 32 Meter lange, 26 Meter breite und 14,5 Meter hohe Raumschiff geschlossen. Auf der Internetseite des Indoor-Freizeitparks Sensapolis heißt es seither: „Im Bereich Raumschiff, Rutschen und Science entsteht derzeit ein sensationelles Hotel. Deshalb ist dieser Bereich zukünftig nicht mehr Bestandteil des Freizeitparks.“

Die Baustelle ließ auf sich warten, doch seit einiger Zeit ist der Umbau sichtbar. Hinter dem Raumschiff stapeln sich Baugerüste bis zur Hallendecke, und wo früher ein offener Lernbereich war, sind nun Wände und Treppen errichtet. „Auf vier Etagen entstehen hier Hotelzimmer“, sagt Alexander Schreibeisen, während er durch den Rohbau führt. Vier der Zimmer werden Küchenzeilen beinhalten und sind für Langzeitgäste gedacht, die mehrwöchige Geschäftsaufenthalte in einer der umliegenden Firmen haben.

Im Bereich hinter dem Raumschiff entsteht derzeit das Hotel. Foto: Stefanie Schlecht

„Und 22 Zimmer kommen ins Raumschiff rein“, sagt Schreibeisen und kündigt eine Zimmereinrichtung „mit ein bisschen Raumschiff-Atmosphäre“ an. Wie das genau funktionieren soll, ob zum Beispiel Fensterluken in die Raumschiffwand geschnitten werden oder nicht, wird noch geplant. Erst, so der Geschäftsmann, werden die außen liegenden Zimmer fertiggestellt, dann geht es ans Raumschiff. Als Eröffnungsdatum für den ersten Hotelabschnitt peilt er Juli 2026 an, ein Jahr später sollen die Zimmer im Raumschiff fertig sein.

Chillen unterm Raumschiff

Ein Frühstücksraum muss nicht extra gebaut werden, dafür können die Übernachtungsgäste das bestehende Restaurant nutzen. Eine Hotel-Lounge samt Bar wird unterhalb des Raumschiffs gebaut, oben drauf kommt ein Konferenzraum, die Rezeption wird neben dem Eingangsbereich des Freizeitparks errichtet. „Hier kommt die Hoteleingangstür hin“, sagt Schreibeisen und zeichnet mit der Hand in die Luft. Alle Ideen, von der Raumgestaltung bis zum Entwurf der Zimmermöbel, entwickelt der sechsfache Vater selbst. „Die Architekten haben ein schweres Leben mit mir“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Auch wenn ihn der Bau des Hotels begeistert, schmerzt ihn der Rückbau des Weltraumbereichs. Sein verstorbener Sohn entwickelte einst das Konzept und steckte all sein Herzblut in das Projekt. Schreibeisen selbst liebte die Modelle von Gravitation und Planetenumlaufbahnen, setzte sich gerne mal zu einer Führung dazu, wenn er bei einem seiner Besuche auf eine Schulklasse stieß. Für die Gestaltung des Lernbereichs hatte er extra die Hilfe eines Astrophysikers der Universität Tübingen hinzugezogen und für das integrierte Kino einen Film über die Größenverhältnisse unseres Sonnensystems in Auftrag gegeben. „Aber das hat leider nicht funktioniert, es war schwach besucht“, bedauert der 77-Jährige. Immerhin, die Weltraumausstellung soll „vorne auf der Terrasse“ wiederaufgebaut werden.