Die Kartenspieler Entscho Wladow und Michael Elinescu haben vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf recht bekommen. Foto: dpa

Erst gewinnen sie den WM-Titel im Senioren-Bridge, dann wird er ihnen aberkannt. Zwei Spieler sollen sich mit einem geheimen „Husten-Code“ verständigt haben. Das war nicht richtig, hat ein Gericht geurteilt.

Düsseldorf - Nach der Husten-Affäre bei der Bridge-Weltmeisterschaft hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht sämtliche Strafen für unwirksam erklärt. Die Sanktionen gegen zwei der Kartenspieler seien rechtswidrig gewesen und damit nichtig, sagte Richter Jürgen Kühnen am Mittwoch.

Das Gericht kritisierte den Welt- und den deutschen Bridge-Verband. Der Weltverband habe nicht die Befugnis besessen, Sanktionen wie ein lebenslanges Turnierverbot gegen das Spielerpaar zu verhängen. Der Deutsche Bridge-Verband hätte sie nicht einfach übernehmen dürfen.

Geheimer Husten-Code

Den zwei deutschen Ärzten war vorgeworfen worden, sich den ersten Weltmeistertitel eines deutschen Seniorenteams 2013 auf der indonesischen Insel Bali durch einen geheimen Husten-Code ergaunert zu haben. Der WM-Titel war ihnen nachträglich aberkannt worden. Beide bestreiten dies vehement und beteuern ihre Unschuld: Die Monate später vorgelegten Videoaufzeichnungen seien manipuliert. Er habe nur wegen seiner asthmatischen Bronchitis gehustet, sagte Bridge-Spieler Entscho Wladow.

Das Gericht sprach den Ärzten Anspruch auf Schmerzensgeld zu. Den WM-Titel bekommen beide durch das Urteil aber nicht zurück. Das überschreite ihre Klage-Befugnis, befanden die Richter. Die Revision zum Bundesgerichtshof ließ das Oberlandesgericht nicht zu.

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