Uli Meyer fuhr am Montagvormittag vom Wilhelmsplatz Bad Cannstatt zum Rathaus in der Stuttgarter Innenstadt. Die gleiche Strecke legt der neue Schnellbus X1 zurück. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Eigentlich nutzt er lieber die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Am Montagmorgen ist er ausnahmsweise mit dem Auto unterwegs. Mit einem Ziel. Uli Meyer will herausfinden, wer schneller ist: Auto oder Schnellbus X1?

Stuttgart - Schon bei meiner Anfahrt zum eigentlichen Ausgangspunkt Wilhelmsplatz im Herzen Bad Cannstatts bemerke ich, dass das Verkehrsaufkommen zwar hoch ist – zum Stillstand auf der Straße kommt es aber nicht. Liegt es an der vereinbarten Uhrzeit unseres „Wettlaufs“? Um 8 Uhr scheint mir der absolute Höchststand des morgendlichen Berufsverkehrs schon überschritten. Da merkt man jede halbe Stunde, die man früher oder eben später dran ist. Da habe ich an anderen Tagen gegen 7.30 Uhr schon deutlich Schlimmeres erlebt. Oder ist es vielleicht der erste Tag des von der Stadt ausgerufenen Feinstaubalarms, der viele Pendler erst gar nicht hat ins Auto steigen lassen?

Lesen Sie hier, wie lange der Schnellbus X1 gebraucht hat

Jedenfalls läuft es mit meinem Auto erstaunlich flüssig. Vor dem Passieren des Wilhelmsplatzes wird die Stoppuhr aktiviert. Schon nach zwei Ampelphasen gelange ich zur König-Karls-Brücke, erst drei Minuten sind vergangen. Die gleiche Zeit benötige ich, um nach Durchfahrt des Schwanenplatztunnels auf der Cannstatter Straße zu fahren. Die hier exklusiv für die SSB-Busse freigehaltene Mittelspur bleibt während meiner Hinfahrt unbenutzt. Später auf meiner Rückfahrt sehe ich hier einen X1-Bus (mit nur ganz wenigen Insassen) verkehren und erkenne, dass die öffentliche Linie hier wahrscheinlich am meisten Zeitvorteile gegenüber dem PKW herausholen kann.

Nach acht Minuten beim Planetarium

An diesem Montag verlieren die Autos aber kaum Zeit gegenüber den SSB-Fahrzeugen. Die PKW-Karawane auf der B14 kommt ohne große Warteschleifen an Kreuzungen und Ampeln voran. Nach insgesamt acht Minuten bin ich auf Höhe des Planetariums angekommen. Auch kurz nach der ersten Unterführung kommt es auf Höhe der Oper beim sonst oft problematischen Fahrbahnwechsel runter von der B14 diesmal kaum zu Verzögerungen. Was habe ich gerade an dieser Stelle schon für chaotische Szenen beim Wechsel zum Zubringer der B27 erlebt. Heute: Fehlanzeige. So bin schon nach elf Minuten an der großen Kreuzung am Charlottenplatz. Es geht dann rechts runter in die Holzstraße, wo ich den ersten Haltepunkt der X1-Linie (Dorotheenstraße) passiere. Als ich kurz danach am vereinbarten Zielpunkt Bushaltestelle Rathaus ankomme, kann ich meine Stoppuhr drücken: Genau 13 Minuten habe ich für die knapp fünf Kilometer lange Strecke gebraucht.

Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass an anderen Tagen auch schon mal die doppelte Fahrzeit dafür anfallen kann. Auch aus diesem Grund bewege ich mich sonst lieber mit den Öffentlichen oder aber am liebsten mit dem Fahrrad Richtung Stadtmitte.

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