Selbstversuch als Stadtbahnfahrerin Ausweichen ist bei einem Unfall keine Option

Von Dominika Jaschek 

Stadtbahn statt Schreibtisch: Dominika Jaschek hat für einen Tag den Arbeitsplatz gewechselt. Foto: Hannes Opel
Stadtbahn statt Schreibtisch: Dominika Jaschek hat für einen Tag den Arbeitsplatz gewechselt. Foto: Hannes Opel

Immer wieder kommt es in Stuttgart zu Unfällen mit der Stadtbahn. Um einen Einblick in die Arbeit der Stadtbahnfahrer zu bekommen, hat unsere Redakteurin Dominika Jaschek eine Stadtbahn-Fahrstunde genommen.

Stuttgart - Sie gehören zu Stuttgart wie der Fernsehturm und der Schlossplatz: Die rund 200 gelben Stadtbahnen der Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB), die auf einer Strecke von insgesamt 231 Kilometern Länge auf den Schienen der Stadt unterwegs sind. Obwohl die rund 60 Tonnen schweren Stadtbahnen eigentlich nicht zu übersehen sind, kommt es in Stuttgart und der Region immer wieder zu heftigen Unfällen. Wir versuchen, den Ursachen dafür auf den Grund zu gehen – und haben eine Fahrstunde auf den Schienen der Stadtbahn genommen.

Rund 800 Stadtbahnfahrer gibt es in Stuttgart

Seit 20 Jahren ist Thomas Dietz Fahrlehrer für Stadtbahnen bei der SSB, seit 13 Jahren der Leiter der Fahrschule für Schienenfahrzeuge. Er kennt die Unfallschwerpunkte in Stuttgart ganz genau und wertet Unfälle mit seinen Fahrschülern aus. „Wir besprechen dann, was man vielleicht hätte erkennen können“, sagt Dietz.

 

Viele Möglichkeiten hat der Stadtbahnfahrer nicht: Ein Ausweichen ist auf den Schienen unmöglich. Was dem Stadtbahnfahrer bleibt, ist eine sogenannte Gefahrenbremsung. Bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern braucht die Stadtbahn allerdings rund 50 Meter, bis sie zum Stillstand kommt. „Wir sensibilisieren die Kollegen im Vorfeld, wo die Gefahren auf der Schiene und der Straße lauern“, erklärt Dietz und ergänzt: „Als Stadtbahnfahrer muss man häufig für die anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken.“

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