Viele halten Seilbahnen wie hier in Koblenz lediglich für ein Transportmittel in Skigebieten und nicht als sinnvolle Ergänzung des innerstädtischen öffentlichen Nahverkehrs. Foto: dpa/Thomas Frey

Gegner der zu untersuchenden Seilbahntrasse durch das Vaihinger Rosental setzen statt der Gondeln auf umweltfreundliche Buslinien. Damit seien seit Jahrzehnten Büsnau und die Lauchäcker angebunden.

Vaihingen - Noch ist nicht sicher, ob eine Seilbahn in Vaihingen gebaut wird, weil auch die Optionen Stadtbahn und Busverkehr in Machbarkeitsstudien geprüft werden sollen, und schon hat sich Protest gegen die von den Planern ins Auge gefasste Seilbahntrasse vom Eiermann-Campus über das Rosental und den Bahnhof bis zum Ende des Synergieparks und zur A 8 formiert. Die Bürgerinitiative „Rettet das Rosental“, die sich Sorgen um den Erhalt des Vaihinger Naherholungsgebiets Rosental macht, bewertet die Machbarkeitsstudie des Ingenieurbüros SSP Consult als „Gefälligkeitsgutachten“.

Die Trassen-Gegner machen sich für das Naherholungsgebiet stark

Die Studie, schreibt Bernhard Völker, ein Sprecher der Bürgerinitiative, untersuche weniger, ob Seilbahnen ein angemessenes Mittel sein könnten, um den ÖPNV zu ergänzen, sondern vor allem, wo sich am besten die erste Trasse errichten lasse. Die Wahl der Trasse, die weitgehend über Felder und Wald führe, werde nicht mit dringendem Bedarf begründet oder der Eignung, sondern mit geringer Betroffenheit. Nirgendwo in der Studie kämen Begriffe wie Naherholungsgebiet oder Landschaftsschutz vor. Die Prognose des Ingenieurbüros, bei rund 3500 Bewohnern des künftigen Quartiers auf dem Eiermann-Campus komme es zu circa 7800 Beförderungsfällen, sei eine Behauptung ohne jeglichen Beleg.

Die Bürgerinitiative, führt Völker aus, verstehe sich keineswegs als Gruppe, die nur gegen etwas sei. Schon in ihrem ersten Flugblatt betone sie, dass ihre Mitglieder „die flexible und kostengünstige Erschließung des Eiermann-Areals“ mit umweltverträglichen Bussen forderten. Das von SSP Consult vorgestellte Modell beruhe, abgesehen von der Seilbahn-Technik, „weitgehend auf Annahme, Erwartung und Spekulation“. Es solle bei den Entscheidungsberechtigten, dem Gemeinderat, eine günstige Grundstimmung schaffen, und dies sei bereits erreicht worden, obwohl man immer wieder betone, dass es noch keine Grundlage für die sachbezogene Diskussion gebe. Positive Reaktionen einiger Stadträte nach der Präsentation der Machbarkeitsstudie vor einem Jahr im Technikausschuss wertet die Bürgerinitiative als Beleg dafür. In den Augen der Initiative sei die Seilbahn ein „Prestigeprojekt zur Imageverbesserung“. Die Bürgerinitiative erwarte den Nachweis für den Bedarf des Eiermann-Campus und verweise darauf, dass die Stadtteile Büsnau mit 2600 Einwohnern und Lauchäcker mit 3000 Einwohnern seit Jahrzehnten durch Busse angeschlossen seien.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: