Göppingens Rückraumspieler Sebastian Heymann warf sieben Tore und sah sieben Minuten vor Schluss die Rote Karte. Foto: Baumann

Ausgerechnet im Heimspiel gegen Kellerkind HSG Nordhorn-Lingen reißt die Siegesserie von Frisch Auf Göppingen: Durch das am Ende sogar glückliche 26:26 verpasst der Handball-Bundesliga einen Vereinsrekord.

Göppingen - Die Siegesserie von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen ist gerissen: Nach 18:0 Punkten hintereinander patzte das Team ausgerechnet im Heimspiel gegen das Kellerkind HSG Nordhorn-Lingen. Nach einem 24:26-Rückstand rettete die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer aber immerhin noch ein 26:26 (13:13). Damit verpasste es Frisch Auf aber, seinen eigenen Vereinsrekord zu knacken. Die bisherige Bestmarke aus der Saison 1969/70 lag ebenfalls bei neun Siegen in Serie.

„Unterirdische Chancenverwertung“

„Nordhorn hat strukturiert und diszipliniert gespielt. Wir sind an unserer unterirdischen Chancenverwertung gescheitert, dadurch haben wir es verpasst, Sicherheit in unser Spiel zu bringen“, sagte Mayerhoffer. Frisch Auf verwarf allein sechs Siebenmeter, der sonst so treffsichere Bundesliga-Top-Torjäger Marcel Schiller scheiterte dreimal, zweimal verwarf Kresimir Kozina, einmal Josip Bozic-Pavletic. Schiller kam in der 58. Minute noch einmal aufs Feld und verwandelte einen Strafwurf zum 25:26. Beste Werfer für Frisch Auf waren Sebastian Heymann (7), Tim Kneule (6) und Kozina (5/2). Heymann sah zudem beim Stand von 24:23 (53.) nach einem Foulspiel die Rote Karte. „Am Ende ist das für uns sogar ein Punktgewinn. Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Mayerhoffer mit Blick auf den Zwei-Tore-Rückstand drei Minuten vor Schluss.

Kastelic fällt aus

Frisch Auf, das auf den am Sprunggelenk verletzten Torwart Urh Kastelic verzichten musste, kam schlecht ins Spiel. In der Abwehr fehlte die Leidenschaft und die Griffigkeit, die das Team in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hatte. Vorne gab es eine Fahrkarte nach der anderen. In der 21. Minute nahm Mayerhoffer den entnervten Schiller vom Feld und brachte Till Hermann. Doch der Favorit tat sich weiter schwer, dank guter Paraden des starken Daniel Rebmann rettete Frisch Auf ein 13:13 in die Pause. Auch nach dem Wechsel konnte sich der Favorit trotz einer 18:15-Führung (38.) nicht entscheidend absetzen, so dass es auch nach 60 Minuten bei dem gerechten, für Frisch Auf am Ende sogar glücklichen Unentschieden blieb. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, wenn man zehn hundertprozentige Chancen vergibt, muss man sich nicht wundern, wenn es nicht zum Sieg reicht“, sagte Göppingens Sportlicher Leiter Christian Schöne.

Am Samstag Derby in Stuttgart

Weiter geht es für Frisch Auf am kommenden Samstag: Dann geht es um 20.30 Uhr im württembergischen Derby in der Scharrena gegen den TVB Stuttgart. Und der Rivale aus der Landeshauptstadt wird aus der Außenseiterrolle heraus alles dafür tun, um die Göppinger nach nun 19:1 Punkten in Serie die erste Niederlage beizubringen.

Aufstellungen

Frisch Auf: Rebmann (1.-60. Minute), Buchele (ne.); Neudeck (ne.), Theilinger, Kneule 6 Tore, Heymann 7, Bagersted 1, Ellebaek 1, Jonsson, Schiller 1/1, Goller, Bozic-Pavletic 1, Hermann 2, Zelenovic 2, Kozina 5/2.

HSG: Buhrmester (1.-49.), Ravensbergen (49.-60.); Torbrügge, Leenders, Weber 8/4, Mickal 2, Miedema 3, Terwohlbeck 1, de Boer 1, Zare, Vorlicek 6, Visser, Possehl, Pöhle 4, Kalafut 1.

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