Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst beginnen am 26. Februar. Drohen dann Streiks? Foto: dpa

Die Gewerkschaft Verdi hält sechs Prozent mehr Lohn für den öffentlichen Dienst für angemessen. Der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg ist über die Forderung entsetzt.

Stuttgart - Der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg (KAV) hat sich am Donnerstag entsetzt über die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach sechs Prozent mehr Lohn gezeigt. Eine solche Steigerung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sei in Baden-Württemberg nicht zu erfüllen. Im Land betrifft die Forderung laut KAV rund 316 000 Beschäftigte in mehr als 800 Kommunen. Der Verband rechnet vor, dass eine Lohnsteigerung um sechs Prozent rund 820 Millionen Euro im Jahr extra kosten würde - dabei seien die Kommunen mit 19,6 Milliarden Euro verschuldet und es herrsche ein Investitionsrückstau von rund 25 Milliarden Euro.

„Wir vertreten sowohl die ärmeren als auch die reicheren Kommunen. Alle müssen sich leisten können, was Arbeitgeber und Gewerkschaften vereinbaren“, sagte der KAV-Vorsitzende Werner Wölfle.

Verdi-Landesbezirksleiter Gross hingegen bezeichnete die Forderung als berechtigt. „Seit acht Jahren starkes Wachstum, seit vielen Jahren kräftige staatliche Überschüsse: 2018 muss es kraftvolle Gehaltssteigerungen geben.“ Mit Blick auf den Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie fügte er hinzu: „Im wichtigsten Industriezweig des Landes ist das diese Woche erreicht worden, jetzt muss der größte Arbeitgeber der Republik folgen.“

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Kommunen und Bund beginnen am 26. Februar in Potsdam.

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