Der Cellist, Komponist und Pädagoge Scott Roller ist am Samstag gestorben. Als Mitgründer von Open Music engagierte er sich in Stuttgart für die improvisierte Musik.
Der in Stuttgart lebende Komponist und Cellist Scott Roller ist nach langer Krankheit am Samstag gestorben. Der 1959 in Amarillo in Texas geborene Musiker hat mit Künstlern unterschiedlichster Genres zusammengearbeitet, als Gast mit dem Frankfurter Ensemble Modern ebenso wie mit dem Komponisten Helmut Lachenmann, der Choreografin Nina Kurzeja, dem Spoken-Word-Poeten Timo Brunke und dem Posaunisten Mike Svoboda, entsprechend vielstimmig sind die Reaktionen auf seinen Tod.
„Für mich war er Mentor im Bereich der kulturellen Bildung und stetiger Begleiter meiner künstlerischen Arbeit hier in Stuttgart“, fasst Nina Kurzeja ihre Trauer in Worte. „Ich war immer wieder begeistert, mit welcher Hingabe Scott mit jungen Menschen musikalisch gearbeitet hat. Dieser Umgang mit Kindern und Jugendlichen bleibt mir Vorbild.“ Roller, der seit 2010 einen Schwerpunkt auf Komposition sowie Solo-Cello und Elektronik legte, hat mit Kurzeja für Produktionen wie „Aeneas Entscheidung“ und „Alice im Iconland“ zusammengearbeitet.
Scott Roller, der in Texas sowie in Paris Cello und Komposition studierte, kam 1983 nach Deutschland. In Stuttgart nahm er sein Publikum bei zahlreichen Veranstaltungen mit auf Entdeckungsreisen, wenn er sein Instrument fern bekannter Klänge singen, jauchzen, brummen oder zärtlich flüstern ließ. Hier wurde er auch Mitbegründer des Vereins Open Music, einer Plattform für Improvisationsmusiker, Pädagogen und Nachwuchstalente. Für Open Music verbeugen sich Céline Papion und Roderik Vanderstraeten vor dem Kollegen: „Scott prägte und kultivierte die Fähigkeiten und Philosophie hinter der Kunst der improvisierten freien Musik in einem Maße, das ... weltweit zutiefst inspirierte und motivierte.“