Die Bundeswehr stehe im Wettbewerb um Talente und wenn diese Talente schwul, lesbisch, trans- oder heterosexuell seien, „sind sie uns willkommen“, so von der Leyen am Dienstag in Berlin. Foto: dpa

Nach dem Skandal in einer Kaserne in Pfullendorf hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mehr Respekt für sexuelle Minderheiten gefordert. Diskriminierungen könne sich die Bundeswehr nicht leisten.

Berlin - Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Respekt und Anerkennung für Schwule, Lesben oder Transsexuelle in der Bundeswehr eingefordert. Es geschehe „immer noch zu häufig, dass Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung“ in der Truppe dies verleugnen müssten oder unter besonderer Beobachtung stünden, sagte von der Leyen am Dienstag in Berlin.

Mehr Respekt für Schwule, Lesben oder Transsexuelle

Die Ministerin leitete dort mit einer kurzen Rede einen Workshop der Bundeswehr zum Thema sexuelle Vielfalt ein. Wer seine sexuelle Identität oder seine sexuelle Orientierung nicht offen zeigen könne, lebe in einem Gefühl der Angst, sagte von der Leyen weiter. „Und wer Angst hat, kann nicht sein Bestes geben“, warnte sie. „Das können wir uns nicht leisten.“ Die Bundeswehr stehe im Wettbewerb um Talente und wenn diese Talente schwul, lesbisch, trans- oder heterosexuell seien, „sind sie uns willkommen“. Die Ministerin verwies auch auf die vor ein paar Tagen bekannt gewordenen Vorgänge in einer Ausbildungskaserne in Pfullendorf. Diese hätten gezeigt, dass der Umgang miteinander in der Truppe „kein Randthema ist“. In der Kaserne soll es herabwürdigende und sexuell erniedrigende Praktiken und Aufnahmerituale gegeben haben. Auch „die Reaktionen und manche Wortwahl“ im Vorfeld der Tagung in Berlin hätten gezeigt, „dass es noch ein weiter Weg“ sei, bis der Respekt für sexuelle Minderheiten selbstverständlich sei, mahnte die Ministerin.

Von der Leyen war im Vorfeld der Tagung unter anderem dafür kritisiert worden, einem „Randthema“ in der Bundeswehr zu viel Gewicht zu geben. Ziel der Tagung am Dienstag in Berlin ist es nach Angaben des Ministeriums, in der Bundeswehr dafür zu sorgen, dass sich „Bundeswehrangehörige gleich welcher sexuellen Orientierung und Identität respektiert fühlen und einbringen können“.

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