Aufschwung zum Ende der Sommerferien: Im Freibadbereich des Fellbacher F3 wurden bis Anfang dieser Woche 76 420 Besucherinnen und Besucher gezählt. Foto: Stadt Fellbach

Die Schwimmfans kamen zwar nicht ganz so oft wie im Vorjahr, dennoch hätte die Bilanz der vergangenen Monate schlechter ausfallen können. Die schönen Tage im September haben noch mal einen Schub gebracht.

Stau im Strömungskanal, Ausweichverkehr im Langstreckenbecken – am Wochenende gab es noch einmal reichlich Gedrängel in den Becken, dazu kamen begrenzte Freiflächen auf der Liegewiese und Schlangen vor den Einlasskassen. Der Sommer hat noch mal einen fulminanten Schlussspurt hingelegt, mit dem erfreulichen Nebeneffekt, dass es in den Kassen der Bäderbetriebe noch mal kräftig klingelte.

 

August-Delle wieder überwunden

Alles in allem, das ergibt eine Umfrage unter den größeren Bädern im Rems-Murr-Kreis, sind die Bäderchefs gar recht zufrieden mit der jetzt ablaufenden Saison. Nach zwischenzeitlich zäher Phase mit miesen Tagen Anfang August – Schlagzeile in unserer Zeitung: „Kaum Besucher seit Ferienstart“ – gab es gegen Ende der großen Ferien noch mal einen Aufschwung.

In Waiblingen ist der Sprecher der Stadtwerke, Michael Sigel, sogar „sehr zufrieden mit der Saison 2023“. Man liege allenfalls knapp unter dem Vorjahresergebnis. Allein in der vergangenen Woche kamen noch mal genau 11 242 Besucher ins Freibad an der Schorndorfer Straße, sodass das Gesamtergebnis bei derzeit 120 760 Besuchern liegt. Im wunderschön gelegenen Waldfreibad Bittenfeld kamen in der vergangenen Woche noch mal 7460 Besucher, sodass hier die Statistik eine Gesamtzahl von knapp 74 000 Besuchern aufweist. Und da beide Bäder noch bis Freitag, 15. September, geöffnet haben, könnten noch ein paar mehr hinzukommen.

Ziegeleisee sehr gut frequentiert

Ebenfalls eine toll in die Landschaft eingebettete Lage und sogar Naturwasser kann der sogenannte Ziegeleisee des Oskar-Frech-Seebads in Schorndorf vorweisen. Am Sonntag kamen noch mal 2500 Gäste. „Wir liegen derzeit bei 78 000 Besuchern, das ist ein guter Wert“, erläutert Bäderbetriebsleiter Jörg Bay mit Blick auf die Statistik der vergangenen Jahre mit einem Durchschnitt von 73 000 bis 74 000 Gästen. Der Wert von 2022 mit 97 000 Besuchern sei ein ziemlicher Ausreißer gewesen. „Angesichts der zwei Wochen im August, die uns fehlen, können wir sehr zufrieden sein.“ Der exakt 100 Meter lange Schwimmbereich lässt auch bei größerem Andrang genug Platz für bequeme Kraul- und Brustzüge. Überraschung: Auch das Hallenbad ist im Sommer gut belegt – „gerade wenn das Freibad rappelvoll ist, kommen doch etliche herüber in die Schwimmhalle, um dem Trubel oder der Sonne auszuweichen“.

Wonnemar-Freibad seit Sonntag zu

„Durchaus zufrieden“ ist Alexander Happold, Betriebsleiter der Murrbäder Backnang Wonnemar, mit den gut 86 000 Gästen – seit Sonntag ist das Freibad zu. Wobei er festgestellt hat, dass das Freibad als sommerlicher Anlaufpunkt unter Jugendlichen längst nicht mehr so beliebt ist wie noch vor einigen Jahren. Ohnehin sei an Pfingsten meist mehr los als im echten Sommer.

Das Wunnebad Winnenden hat nach Angaben von Bäderleiter Sascha Seitz voraussichtlich noch bis Ende September geöffnet. Mit derzeit 72 000 Besuchern „haben wir nicht ganz das letzte Jahr überholt, aber die Jahre 2019/20/21.“ Auch hier war die Flaute im August. „Es ist aber allgemein bekannt: Beginnen die Ferien, sinken auch die Besucherzahlen.“ Letztlich könne man sich in Winnenden angesichts der aktuellen Großbaustelle im gesamten Komplex „glücklich schätzen, überhaupt das Freibad öffnen zu dürfen“, so Seitz. „Die Besonderheit war tatsächlich die neue Rutsche“, sagt der Bäderchef: „Auch wenn sie etwas später erst in Betrieb genommen werden konnte, war sie doch sehr beliebt bei unseren Gästen, aber natürlich auch unsere neuen Umkleiden und Toiletten wurden hochgelobt.“ Die Duschen hätten aber noch nicht in Betrieb genommen werden können, da der Umschluss vom Warmwasser vom Hauptgebäude erst jetzt in der kommenden Schließzeit erfolge.

Wunnebad als aktuelle Großbaustelle

„Unsere Baustelle läuft im Moment auf Hochtouren, in dieser Woche wird im neuen Hallenbad die Fassade geschlossen. Im Keller wird die neue Wasseraufbereitung installiert, und sehr viele Meter an Kabel und Rohre werden täglich verlegt. Wir sind im Moment im Zeitplan und freuen uns darauf, im nächsten Sommer unsere neuen Anlagen öffnen zu dürfen“, sagt Sascha Seitz.

Im Fellbacher F3 wagten sich zum Start der Freibadsaison am Mittwoch, 17. Mai, gerade einmal elf Besucher in die noch kühlen Fluten. Das Hoch im Juni und Juli bescherte einige Rekorde, am Sonntag, 9. Juli, konnten 3709 Besucher begrüßt werden. „Danach legte der Sommer pünktlich zum Ferienbeginn leider eine Pause ein“, erzählt Marketingleiterin Birgit Steinegger. Zuletzt ging es dank Temperaturen von 30 Grad wieder aufwärts. Aktuell liegt man bei 76 420 Besuchern – im Vorjahr waren es 13 000 mehr.

Entspannte Lage im Fellbacher F3

„Entgegen der Berichterstattung über zunehmende Konflikte in deutschen Freibädern war die Situation im F3-Freibad sehr entspannt. Durch die Einführung personalisierter Mehrfachkarten und den vorausschauenden Einsatz von Personal mit dem Fokus auf Sicherheit wurden Probleme und Eskalationen fast vollständig vermieden.“

Anders als in anderen Bädern bleibt im F3-Bad der Innenbereich auch im Sommer geöffnet. Gerade in diesem Jahr mit längeren Schlechtwetterphasen wurde dieser sehr gerne in Anspruch genommen: Im Familienbad konnten seit Mai über 100 000 (im Vorjahr 95 000) Gäste begrüßt werden, in der Sauna gut 25 000 (im Vorjahr 21 000) Gäste. Erfreulich: Das während der Sommerferien ausgesetzte Frühschwimmen wird mit dem Saisonende im Freibad (am Sonntag) wieder eingeführt. Ab Montag, 18. September, sind Frühschwimmer wieder montags bis freitags zwischen 6 und 8 Uhr willkommen.