Jedes Kind sollte schwimmen lernen. Foto: IMAGO

Schwimmkurse sind schnell ausgebucht. Wie sollten Familien am besten vorgehen, um dennoch schnell zum Zuge zu kommen? Das sagen Kursanbieter auf den Fildern.

„Jedes Kind sollte schwimmen lernen“, sagt Christina Baumann, Geschäftsführerin des TV Echterdingen. Eltern müssen jedoch mitunter viel Geduld aufbringen, um an einen Schwimmkurs für den Nachwuchs zu gelangen. Gerade die Anfänger-Schwimmkurse sind ratzfatz ausgebucht. „Wir haben seit Jahren lange Wartelisten“, sagt Christina Baumann. Das liege auch daran, dass Familien ihr Kind bei vielen Anbietern gleichzeitig anmelden, also beim Sportverein, beim DLRG, oder auch bei einer privaten Schwimmschule. „In der Hoffnung, dass ihr Kind so irgendwo reinkommt.“ Die Geschäftsführerin hat Verständnis dafür. Für Vereine wie den TV Echterdingen bedeute dies allerdings viel Arbeit. „Wir müssen mit vielen Karteileichen umgehen.“ Wo sich dann herausstelle, dass das Kind bereits woanders das Schwimmen gelernt habe.

 

Christina Baumann rät Müttern und Väter sich etwa ein Jahr bevor ihr Kind Schwimmen lernen möchte, umzuhören, wo es Kurse dafür gibt, welche Anbieter für die Familie in Frage kommen, wie dort die Anmeldung läuft. Der TV Echterdingen bietet laufend Schwimmkurse an – für Anfänger und für Fortgeschrittene, sagt Baumann. Wobei die Schwimmabteilung aktuell keine Anmeldungen für Anfängerkurse annehmen kann, wie sie auf ihrer Internetseite informiert. Da die Kapazitäten komplett ausgeschöpft seien. Aktuell steigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Goldäcker-Schwimmhalle in Echterdingen oder im Lehrschwimmbecken der Musberger Grundschule ins Nass, denn das Leinfelder Hallenbad wird gerade neu gebaut. „Dadurch sind viele Zeiten im Wasser weggefallen“, sagt Baumann. Die Vereine mussten zusammenrücken. „Wir kooperieren beispielsweise mit der Schwimmabteilung des TSV Leinfelden, teilen uns Zeiten im Wasser, sodass gleichzeitig Kinder beider Vereine schwimmen können.“

Schwimmkurse: Immer wieder haben Kinder Angst vorm Wasser

Manche Kinder haben Angst vor Wasser – sie müssen erst daran gewöhnt werden, bevor sie schwimmen lernen. Foto: Christian Charisius/picture alliance / dpa

„Karteileichen und längere Wartelisten haben wir bei der DLRG abgeschafft“, sagt derweil Monika Knopf, die im Namen der DLRG Ortsgruppe Filder schon sehr vielen Kindern ab fünf Jahren das Schwimmen beigebracht hat. Zum ersten Mal hat sie nun auch Wassergewöhnungskurse für etwas Jüngere im Musberger Lehrschwimmbecken angeboten. „Weil zuletzt immer wieder auch Kinder in die Schwimmkurse gekommen sind, die noch gar nicht so weit waren – noch Angst vor dem Wasser hatten“, sagt sie.

Dass mit dem Neubau des Leinfelder Hallenbades eine gewisse Durststrecke zu bewältigen sei, sei klar gewesen. Diese Saure-Gurken-Zeit sei aber auf Ansage gekommen. „Das hat uns nicht kalt erwischt“, betont Monika Knopf. Weil die Bademeister des Leinfelder Hallenbades aktuell keine Kurse anbieten können, steige allerdings der Druck auf andere Anbieter von Schwimmkursen. Die Zeiten im Wasser seien begrenzt. Dass nun auch das Waldenbucher Hallenbad längere Zeit für eine Sanierung schließen wird und auch das Hallenbad in Filderstadt-Bernhausen aktuell saniert wird, mache die Sache nicht besser. Eltern sollten sich frühzeitig erkundigen, wo es Schwimmkurse gibt und wie die Anmeldung bei den jeweiligen Anbietern läuft, sagt auch Monika Knopf.

Bei der DLRG gibt es nur vier Warteplätze

Bei der DLRG Ortsgruppe Filder können die Familien ihr Kind vormerken lassen, damit sie es nicht verpassen, wenn der nächste Kurs beginnt, erklärt sie. Wenn der Kurs online geht und man sich anmelden kann, geht eine Mail an die vorgemerkten Familien raus. Dann heißt es schnell zu sein. Allein vier Warteplätze gibt es. Die Namen, die auf diesen Plätzen stehen, kommen ins Spiel, wenn ein angemeldetes Kind beispielsweise erkrankt oder der Stundenplan der Schule dazwischen funkt. Ähnliches gilt für das Training der fortgeschrittenen Schwimmer am Abend. Auch hierfür können Mütter und Väter ihren Nachwuchs vormerken lassen. Wenn dann die Trainer freie Plätze melden, können die Vorgemerkten nachrücken.

Ralf Zink bringt Kinder seit 16 Jahren nebenberuflich das Schwimmen bei. „Wasser ist einfach mein Ding“, sagt er. Er war Jahre lang im Ausland, hat als Tauchlehrer gearbeitet und hat dann als Schwimmlehrer in Filderstadt die Filderschwimmschule gegründet. Auch seine Kurse sind oft ausgebucht, auch in seiner Schule geht in diesem Jahr nichts mehr. Doch im ersten Halbjahr 2026 gibt es noch freie Plätze. Eltern müssten meist drei bis vier Monate warten, bis ihr Kind bei ihm zum Zuge kommt, sagt er. Um dort das Seepferdchen, den Seeräuber oder das bronzene Abzeichen zu machen. Über die Filderstädter Stadtwerke bucht der 57-Jährige für seine Kurse bestimmte Zeiten im Harthausener Lehrschwimmbad, dass für den öffentlichen Badebetrieb nicht geöffnet ist, sondern vielmehr Vereinen, Kitas, Schulen und Schwimmkursen vorbehalten ist. Dass das Bernhausener Gartenhallenbad wegen seiner Grundsanierung noch bis 2027 geschlossen bleiben wird, beeinträchtigt Ralf Zink nicht, sagt er. „Die Zeiten bleiben die gleichen“, sagt er. Denn die seien vertraglich mit den Stadtwerken vereinbart.