Das Freibad Oberes Bottwartal gehört zu den größten in der Umgebung. Foto: Werner Kuhnle

Wie viele Bäder gibt es im Kreis Ludwigsburg? Ist das größte wirklich das teuerste? Wir sind ein paar interessanten Fragen rund um die Ludwigsburger Bäderlandschaft nachgegangen.

Zwölf Freibäder, zehn Hallenbäder und dazu noch zwölf Lehrschwimmbäder: Der Kreis Ludwigsburg bietet einige Gelegenheiten zum Schwimmenlernen, Bahnenziehen, Planschen, Spielen und Abschalten. Wo sie sich befinden und was es Spannendes darüber zu wissen gibt: Wo steht das größte Bad – und wo gibt’s die längste Rutsche? Wo schwimmt es sich am günstigsten? Und was hat es eigentlich mit dem „vergessenen Freibad“ von Erdmannhausen auf sich? Wir haben nachgefragt.

 

Das älteste Schwimmbad ist ...? Das Freibad in Löchgau. Es existiert seit 1935. Entsprechend wurde hier im vergangenen Jahr auch das 90-jährige Bestehen gefeiert.

Das jüngste Schwimmbad steht in ...? Ludwigsburg – es handelt sich um das Campusbad. Es wurde 2016 eröffnet, ist Teil des Innenstadt-Campus rund um das Mörike-Gymnasium und ist ein reines Lehrschwimmbad. Lehrschwimmbäder dienen im Wesentlichen dem Schwimmunterricht und werden – mit wenigen Ausnahmen – ausschließlich von Schulen und Vereinen genutzt.

Der kleinste Ort, der sich ein Schwimmbad leistet, ist ...? Affalterbach. Mit ihren nicht mal 4500 Einwohnern betreibt die Gemeinde am Rand des Landkreises Ludwigsburg nicht nur seit mehr als 60 Jahren ein eigenes Lehrschwimmbad, sie lässt es außerdem gerade für 1,4 Millionen Euro grundsanieren.

Nach nur 30 Jahren ist Schluss

Das kurzlebigste Schwimmbad stand in ...? Erdmannhausen. Ja, Erdmannhausen hatte tatsächlich mal ein eigenes Schwimmbad. 1937 errichtete die Gemeinde einen Feuerweiher, der gleichzeitig als Freibad genutzt wurde. Es gab ein großes Becken mit zwei Startblöcken und ein Kinderbecken – das heute weiterhin als Sandkasten existiert. „Das Becken hatte keine Umwälz- oder Filteranlage, weshalb die Wasserqualität zu wünschen übrigließ“, heißt es auf der Homepage der Gemeinde. „War das Wasser grün, wurde es abgelassen und aus dem nahegelegenen Dorfwiesenbrunnen mit Frischwasser gefüllt.“ 1967, nach nur 30 Jahren Betrieb, schloss das Gesundheitsamt das Freibad.

Das größte Schwimmbad, nach Wasserfläche, ist ...? Das Mineralfreibad Oberes Bottwartal. Satte 2600 Quadratmeter Beckenwasserfläche, Außen- und Liegeflächen also nicht mitgezählt, warten dort auf die Besucher. Im Mineralfreibad Bönnigheim sind es immerhin rund 2350 und im Badepark Ellental in Bietigheim-Bissingen 2300 Quadratmeter. Spitzenreiter bei den Hallenbädern ist das Stadionbad in Ludwigsburg mit 1350 Quadratmetern Wasserfläche. Platz zwei und drei sind fast gleich auf: Das Kornwestheimer Hallenbad und das Bad am Viadukt in Bietigheim kommen jeweils auf etwa 700 Quadratmeter.

Die längste Rutsche gehört zum ...? Badepark Ellental. Sie ist fast 160 Meter lang und damit zugleich die längste freitragende Rutsche Süddeutschlands. Die im Freibad Oberes Bottwartal kommt auf 100 Meter – und ist damit genauso lang wie die längste Hallenbadrutsche. Das ist die „Lubidu“ im Stadionbad Ludwigsburg.

Das einzige Heilbad befindet sich in ...? Ludwigsburg-Hoheneck. Aber wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem Mineralbad, von denen es mehrere im Kreis gibt, und einem Heilbad? Die Becken in Mineralbädern werden mit natürlichem Mineralwasser befüllt. Wasser also, das direkt aus der Quelle kommt und nicht aufbereitet wurde. Auch bei sogenanntem Heilwasser handelt es sich um Mineralwasser, dem aber zusätzlich noch eine heilende oder vorbeugende Wirkung zugesprochen wird.

In Hoheneck wird bereits seit 1906 die sulfathaltige Sole genutzt, die aus dem Buntsandstein in rund 150 Metern Tiefe emporsteigt. Sole zeichnet sich durch ihren hohen Salzgehalt aus. Medizinisch kommt sie beispielsweise bei der Behandlung von Hautkrankheiten zum Einsatz. Auch eine positive Wirkung bei Allergien oder Erkältungskrankheiten wird ihr nachgesagt.

Preislich liegen viele dicht beieinander

Besonders günstig ist es im ...? Freibad Löchgau. Nur 3,80 Euro kostete der Eintritt zuletzt. Insgesamt sind die Unterschiede im Kreis aber gar nicht so groß. Die meisten Hallen- und Freibäder kosten zwischen 4 und 7 Euro Eintritt – geht man von Tickets für einen Erwachsenen ohne Ermäßigung aus. Die Tickets mancher Einrichtungen sind allerdings auf drei Stunden begrenzt. Wer länger bleibt, zahlt dann auch mehr.

Spitzenreiter bei den Preisen sind die beiden Bietigheimer Freizeit- und Erlebnisbäder: Der Badepark Ellental ist das teuerste Freibad mit 7,50 Euro Eintritt. Das Bad am Viadukt kostet 9,50 Euro, am Wochenende sogar 10,50 Euro (begrenzt auf drei Stunden).