Blick auf den Brückenneubau. Die Bauarbeiten an Grafenaus Grüner Mitte sind schon weit fortgeschritten. Foto: Langner

Das Würmrenaturierungsprojekt „Grüne Mitte“ wird wohl teurer als zunächst geplant. Die Verwaltung rechnet mit geschätzten Mehrkosten in Höhe von rund 230 000 Euro.

Mittlerweile sollte Grafenaus Grüne Mitte eigentlich bereits fertig sein. Nun wird die Würmrenaturierung wohl deutlich teurer und die Fertigstellung verzögert sich. Darüber hat Ortsbaumeisterin Eva Schikotanz bei der letzten Sitzung des Grafenauer Gemeinderats informiert. Schuld ist wohl vor allem das Wetter. „Wir hatten ein extrem feuchtes Jahr“, erklärte Eva Schikotanz mit Blick zurück auf ein regenreiches 2025. Dadurch seien bei der umfangreichen Renaturierungsmaßnahme im Bereich zwischen Stegmühle und Wiesengrundhalle immer wieder unvorhergesehene Themen aufgetreten.

 

Unter anderem habe man zur Schonung des Untergrunds umfangreich Bodenschutzmatten auslegen müssen, damit bei den Baggerarbeiten der Boden nicht verdrückt wird. Außerdem waren zur Hochwasserabsicherung umfangreichere Spundarbeiten erforderlich. Hinzu kommen nicht einkalkulierte Kosten in Höhe von rund 85 000 Euro für die Bodenabfuhr. Der Grund: Die zu stark durchnässte Erde kann aus Bodenschutzgründen nicht wieder eingebaut werden. Laut Verwaltung eignet sie sich aus statischen Gründen auch nicht als Auffüllboden für das Baugrundstück des danebenliegenden Feuerwehrgebäudes.

Die Felsentreppe soll bald ein Rastplatz auf Wander- und Radtouren werden. Foto: Langner

Laut einer vorläufigen Kostenzusammenstellung (ohne Planungshonorare) geht die Gemeinde jetzt für den Brückenneubau und die Würmtalrenaturierung von Kosten in Höhe von insgesamt knapp 1,1 Millionen Euro aus. Bei der Kostenberechnung im Juli 2024 war man noch bei rund 857 000 Euro gelegen. Die Mehrkosten von 230 000 Euro verteilen sich wie folgt: Die Brücke kostet nun voraussichtlich 295 000 statt der kalkulierten 208 000 Euro, der Gewässerbau 792 000 statt 649 000 Euro.

Wie seine Bauamtschefin verweist auch Bürgermeister Martin Thüringer (parteilos) zur Begründung auf die Regenmassen im Vorjahr. Der Rathauschef hat aber auch gute Nachrichten: „Aufgefangen werden die Mehrkosten teilweise durch den Verkauf von Ökopunkte an die Gemeinde Aidlingen“, sagt Thüringer. Das bringe 137 000 Euro ein. Hinzu kommen rund 318 000 Euro an Fördergeldern aus dem Programm „Landschaftspark“ des Verbands Region Stuttgart. Dadurch reduzieren sich die Finanzierungskosten für die Gemeinde auf knapp 456 000 Euro. Hinzu kommt, dass die umfangreiche Renaturierungsmaßnahme kräftig aufs Ökopunktekonto einzahlt – diese Punkte kann Grafenau zum Ausgleich für laufende oder zukünftige Bauprojekte einsetzen.