Nobler Festspielort: das Schwetzinger Schloss. Foto: dapd

Letztmals gestalten 2016 Georges Delnon (Oper) und Marlene Weber-Schäfer (Konzerte) das Programm der Schwetzinger SWR-Festspiele. 2017 übernimmt Heike Hoffmann, seit 2009 Leiterin des Neue-Musik-Festivals Salzburg Biennale.

Schwetzingen - „Ich weiß auch, was das Radioprogramm braucht“, sagt Marlene Weber-Schäfer. Seit drei Jahren ist die 64-jährige Musikredakteurin für die Konzertplanung bei den Schwetzinger SWR-Festspielen zuständig, und auch ihre vierte und letzte Saison 2016, die wie schon 2015 fünf Wochen umfassen soll, hat Weber-Schäfer gleichsam aus einem doppelten Blickwinkel geplant.

Hier der Festspielgast, der live dabei ist, dort der Zuhörer am Radio: Beiden wollte und will die Konzertchefin auch in der kommenden (65.) Schwetzinger Spielzeit wieder gerecht werden, und sie tut dies vor allem mit zwei großen Themenreihen. Der „Klangraum Europa“ rundet sich 2016 mit einem Blick nach Norden, der nach Verbindungen zwischen Volksmusik- und Kunstmusik sucht und neben einem Porträt der finnischen Komponistin Kaija Saariaho (am 20. Mai) eine „Skandinavische Frühlingsnacht“ (am 13. Mai) einschließt. Für den zweiten Programm-Schwerpunkt, die „Bach-Akzente“, hat Marlene Weber-Schäfer Künstler engagiert, deren Bach-Einspielungen sie für exemplarisch hält: den Cellisten Jean-Guihen Queyras zum Beispiel, der an einem langen Konzertabend sämtliche Solosuiten mit kurzen zeitgenössischen Werken verbinden wird, die sich auf die einzelnen Suiten beziehen. Außerdem werden Isabelle Faust und Kristian Bezuidenhout, das Ensemble Cantus Cölln und das Collegium 1704 auftreten, und der Pianist Evgeni Koroliov wird die „Goldberg-Variationen“ spielen.

Programme mit Herzblut

Bei den Klavierabenden werden neben Grigory Sokolov, Maria Joao Pires und András Schiff auch das Klavierduo Stenzl und das Duo Tal/Groethuysen auftreten. Die Kammermusikreihen bieten unter anderem Begegnungen mit dem Hagen- und dem Arcanto-Quartett sowie mit den Sängern Christoph Prégardien und Anna Prohaska. Die Reihe mit jungen Talenten wird fortgeführt. Unter Midori Seilers Leitung beschäftigt sich die Hofmusik-Akademie wieder mit Musik der Mannheimer Schule, und zur „Cena ultima“ hat Marlene Weber-Schäfer 2016 die Figurentheaterspieler der Familie Flöz eingeladen. „Ich habe“, fasst die scheidende Redakteurin ihr Schwetzinger Engagement zusammen, „meine Festspiel-Arbeit mit viel Herzblut gemacht und bringe sie mit viel Herzblut zu Ende.“

Auch Georges Delnon, seit Anfang dieser Saison Intendant der Oper Hamburg, ist im kommenden Jahr letztmals für die Opernsparte in Schwetzingen zuständig. 2017 wird Heike Hoffmann, seit 2009 Leiterin der Salzburg-Biennale, das Gesamtprogramm planen. Die dritte Schwetzinger Uraufführung einer Oper des Österreichers Georg Friedrich Haas und seines Textbuch-Autors Händl Klaus am 27. Mai 2016 hat aber Delnon noch initiiert. „Trauma“ heißt das Werk, das partiell in vollkommener Dunkelheit spielen soll. Karsten Wiegand wird es inszenieren, Jonathan Stockhammer dirigiert das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR. Eine Ausgrabung ist Francesco Cavallis 1652 uraufgeführte Oper „Veremonda“ (Premiere: 29. April); Amélie Niermeyer wird sie inszenieren, Gabriel Garrido dirigiert das Ensemble Concerto Köln.

Der Vorverkauf für die Schwetzinger Festspiele 2016 hat begonnen. Karten sind erhältlich über den SWR-2-Kulturservice unter 0 72 21 / 30 02 00 oder online unter www.swr2kulturservice.de. Infos unter www.swr.de/swr2/festivals/schwetzinger-festspiele

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