Die Stadt Stuttgart will die Schwendestraße schon lang ausbauen, dazu fehlen ihr aber Grundstücke. Eine örtliche Firma hat hier aktuell einen Betriebshof ausgebaut und wehrt sich gegen die Pläne. Foto: Caroline Holowiecki

Ein Sträßchen in Stuttgart-Heumaden soll seit Jahren umgebaut werden. Das ist längst beschlossene Sache, doch es tut sich nichts. Die Geschichte einer verzwickten Angelegenheit.

Heumaden - Kommt nun doch Bewegung in die Schwendestraße? Planungen, dass die Sackgasse in Alt-Heumaden umgebaut werden soll, sind alt. Die Stadtverwaltung würde die Straße gern etwas verlängern, die letzten Häuser dort nach Plan erschließen und am Ende eine Wendeplatte für die Müllabfuhr oder Rettungswagen bauen. Außerdem soll ein kurzer Fuß- und Radweg auf den letzten Metern die Schwende- mit der Nellinger Straße verbinden. Seit 2005 wird in Heumaden über dieses Thema diskutiert, 2012 fasste der Gemeinderat den Beschluss zum Umbau.

Passiert ist nichts. Die Stadt kann nicht loslegen. Ihr fehlen Grundstücke. Aktuell mündet die Schwendestraße in ein Betriebsgelände. Die Inhaber haben das letzte Stück der Straße vor langen Jahren von der Stadt erworben und für ihre Zwecke ausgebaut. Transporter werden hier be- und entladen. Der Chef hat folglich kein Interesse, zu verkaufen, denn käme die Wendeplatte, würde der jetzige Betriebshof vor einem großen Rolltor zur öffentlichen Verkehrsfläche mit Halteverbot. Auch ein Nachbar sagte schon vor Jahren, die Verlängerung „brauche ich nicht“. Zumal sich die jetzigen Grundstückseigentümer an den Kosten beteiligen müssten, hieß es seinerzeit.

Der Durchgang ist nicht erlaubt

Und so ist die Situation, wie sie ist. Mancher Passant nimmt trotzdem verbotenerweise die Abkürzung übers Betriebsgelände, obwohl das eindeutig als nicht erlaubt gekennzeichnet und obendrein gefährlich ist. Die Grünen im Bezirksbeirat haben das Thema jüngst wieder ins Gespräch gebracht. Sie empfinden die Verkehrssituation in Alt-Heumaden als gefährlich und versprechen sich von der Umsetzung dessen, was für die Schwendestraße einst beschlossen wurde, eine Entlastung für Fußgänger und Radler.

Auch eine Anwohnerin hat wenig Verständnis für die Hängepartie. Der Weg außenrum entlang der Mannspergerstraße sei nicht nur ungleich länger, sondern für Kinder auch „wirklich, wirklich gefährlich“. Sollte sich die Situation an der Schwendestraße tatsächlich nicht lösen lassen, müsse zumindest mit einem Sackgassen-Schild für klare Verhältnisse gesorgt und an der Mannspergerstraße der Verkehr beruhigt werden. „Es ist einfach kein Zustand“, klagt sie.

Kommt jetzt wieder Bewegung ins Spiel?

Nun scheint aber doch noch mal Bewegung ins Thema zu kommen. „Das Liegenschaftsamt führt derzeit Gespräche mit einzelnen Angrenzern, von denen Flächen benötigt werden, um eine Verbesserung der verkehrlichen Situation im Bereich zwischen der Schwendestraße und der Nellinger Straße zu erreichen“, teilt eine Sprecherin der Stadtverwaltung mit. Zur Klärung der bislang offenen Fragestellungen habe man verschiedene Fachstellen einbeziehen müssen. Die Gespräche seien aktuell noch nicht abgeschlossen, daher könne man sich nicht dazu äußern.

Auch der Firmenchef will auf Anfrage unserer Zeitung grundsätzlich nichts zum Thema sagen. Es gehe um ein laufendes Verfahren, und er wünsche sich, dass endlich Ruhe einkehrt.

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