Schweden Galauniformen der Polizei sind knapp

Von André Anwar 

Vor der Trauung von Kronprinzessin Victoria ist die schwedische Polizei in heller Aufregung.

Stockholm - Vor dem Großeinsatz zur Trauung von Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling ist die schwedische Polizei in heller Aufregung. Schuld ist nicht etwa die Sorge um die Sicherheit des Brautpaars, sondern akuter Uniformmangel. Nun wir im Akkord geschneidert.

Schweden ist ein betont ziviles Land. Wer ein Polizeirevier besucht, trifft auf Beamte in Wollpulli oder Sommerkleid. Nur Straßenstreifen tragen blaue Uniformen und Waffengürtel. Am Samstag sollen nach der königlichen Trauung 2000 Beamte in vollständiger Festtagsmontur den weiträumig abgesteckten Zug des Brautpaars bewachen. Doch vielen fehlt eine vollständige Festtagsuniform, stellt Titti Edberg fest. Sie ist Herrin über das Uniformmagazin der Stockholmer Polizei. Am Samstag sollen die Beamten in schwarzer Hose, mit Pistolengürtel, Krawatte, Krawattennadel, weißen Handschuhen und weißer Schirmmütze mit Königswappen an den Straßen stehen.

Hosen und Hemden passen nicht mehr

450 der 2000 Beamten musste sie bereits neu einkleiden. Eigentlich wollte sie auf die Magazinbestände von 1976 zurückgreifen, als zahlreiche Polizisten die Hochzeit von König Carl Gustaf und seiner Heidelberger Braut Silvia Sommerlath flankierten. Doch die heutigen Beamten passen nicht in die alten Uniformen. Sie sind länger und kräftiger als ihre Vorgänger, hat Edberg festgestellt.

Die Polizisten seien nicht unbedingt dicker geworden, betont sie. Sie führt die Zunahme des Körperumfangs auf den Fitnesskult in der Hauptstadt zurück. Es ist kein Zufall, dass der zukünftige Prinzgemahl als Mitbegründer einer Fitnessstudiokette Karriere gemacht hat. In Schweden geht jeder - von der Grundschullehrerin bis zum Polizeichef - zum Schwitzen in die Muckibude. Kein Wunder, dass da Hosen und Hemden von 1976 nicht mehr passen.

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