Nachdem Gladbachs Marcus Thuram bei der Bundesliga-Partie zwischen der Borussia und dem SC Freiburg im Strafraum zu Boden geht, zeigt sich, dass der Videobeweis – trotz aller Kritik – durchaus Sinn ergibt, kommentiert Jochen Klingovsky.
Es ist zuletzt ja kontrovers diskutiert worden über den Videobeweis – VfB-Trainer Bruno Labbadia vertrat sogar die Meinung, der Kölner Keller „enteiere“ die Schiedsrichter und mache „den Fußball kaputt“. In Mönchengladbach zeigte sich am Samstag, warum es ohne den Videobeweis nicht mehr geht: Schiedsrichter Benjamin Brand hatte nach einer hanebüchenen Schwalbe von Marcus Thuram auf Elfmeter entschieden. Nicht auszumalen, wie groß der Aufschrei in der Bundesliga gewesen wäre, hätte die Borussia durch die Unsportlichkeit ihre Stürmers, den Fehler des Unparteiischen und ein Strafstoß-Tor mit 1:0 gegen den SC Freiburg gewonnen. Nach der Intervention des Videoassistenten nahm Brand seinen Pfiff zurück. Das Spiel endete mit einer Nullnummer – zum Glück für alle Beteiligten.
Natürlich muss weiter an den Feinheiten des Videobeweises (Entscheidungsdauer, Häufigkeit der Eingriffe) gearbeitet werden, doch es wäre sicher falsch, dieses technische Hilfsmittel grundsätzlich infrage zu stellen – dafür werden viel zu viele Fehlentscheidungen korrigiert. Das macht nicht nur den Fußball gerechter, sondern zeigt eines deutlich auf: Wenn etwas diesem Sport schadet, dann sind es betrügerische Schauspieleinlagen wie jene von Marcus Thuram.