Gerhard Häuser ist am Mittwoch im Alter von 57 Jahren gestorben. Foto: Gottfried Stoppel

Der Bürgermeister von Schwaikheim, Gerhard Häuser, ist tot. Erst vor einem Monat war der 57-Jährige mit einer „mentalen Überlastung“ mutig an die Öffentlichkeit getreten. Er hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Töchter.

Schwaikheim - Der Schwaikheimer Bürgermeister Gerhard Häuser ist tot. Wie die Gemeinde mitteilte, starb der 57-Jährige am Mittwochvormittag. „Unsere ersten Gedanken und unser ganzes Mitgefühl gelten in diesen schweren Stunden der Familie“, sagte der Erste stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde, Alexander Bauer. Der Landrat des Rems-Murr-Kreises, Richard Sigel, hat bestätigt, dass Häuser sich das Leben genommen hat.

Gerhard Häuser war im Jahr 1994 erstmals zum Bürgermeister der 9500-Einwohner-Gemeinde gewählt worden. Bei den Wahlen 2002, 2010 und 2018 wurde er im Amt bestätigt. Erst vor vier Wochen hatte Häuser erklärt, dass er mental überlastet sei und sich auf dringenden Rat seines Arztes in eine medizinische Rehabilitation begeben werde. Bis einschließlich 11. Juni hatte sich Häuser krankschreiben lassen. Aus seiner Verfassung wolle er kein Tabu machen, hieß es damals in der schriftlichen Mitteilung: Entscheidend sei es mit Blick auf seine angegriffene Gesundheit, jetzt Ruhe und Abstand zu finden. Dazu reichte der Monat offenbar nicht: Kurz vor dem Ablauf der Krankschreibung folgte eine weitere.

Große Betroffenheit nach dem Tod des Bürgermeisters

Die Rathauschefs des Rems-Murr-Kreises haben sich just am Mittwoch zu einer Bürgermeister-Kreisversammlung getroffen und dort gemeinsam die Botschaft vom Tod ihres Kollegen erhalten. „Wir haben uns in großer Betroffenheit nach einer Schweigeminute entschlossen, die Sitzung abzubrechen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen. Zur Tagesordnung überzugehen, wäre erstens nicht möglich und zweitens nicht richtig“, sagte der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr, der momentan der Vorsitzende der Versammlung ist.

Man verliere, so Bernlöhr weiter, mit Gerhard Häuser nicht nur einen Kollegen, sondern auch einen Kameraden und Freund, mit dem man jahrzehntelang verbunden gewesen sei. „Wir sind sprachlos und in tiefer Trauer. Wir fühlen insbesondere mit der Familie Häuser und stehen an ihrer Seite.“

Gerhard Häuser plante die Rückkehr auf den Chefsessel im Rathaus

„Mein oberstes Ziel ist es, mich in dem Beruf, der mir so viele wichtige Begegnungen, so viele einzigartige Erlebnisse und so viele Freundschaften geschenkt hat, bald wieder mit all meinem Herzblut einbringen zu können und mit ganzer Kraft als Bürgermeister für Schwaikheim da zu sein“, hatte der parteilose Häuser im Mai noch mitgeteilt. Nun ist es ganz anders gekommen. Gerhard Häuser hinterlässt seine Ehefrau und zwei erwachsene Töchter.

Das Rathaus in Schwaikheim wurde nach der Nachricht von Häusers Tod für den Rest des Tages geschlossen. „Wir werden Trauerbeflaggung hissen und in den nächsten Tagen ein Kondolenzbuch auslegen für diejenigen, die ihrer Trauer Ausdruck verleihen möchten“, sagt der stellvertretende Rathauschef Alexander Bauer. Für die Gemeindemitarbeiter gelte es jetzt, zunächst die Todesnachricht zu bewältigen, bevor sie weiter den Amtsgeschäften nachgehen könnten.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 und unter https://ts-im-internet.de/ erreichbar. Eine Liste mit findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: