Die Kinder der berühmten Schwäne von Burg Kalteneck in Holzgerlingen haben das Elternhaus verlassen. Warum unsere Autorin da einen Ohrwurm kriegt, ist in unserer Humorkolumne zu lesen.
Wem bei der Nachricht über den Auszug der Jungschwäne aus dem elterlichen Burggraben in Holzgerlingen nicht der Ohrwurm des Volkslieds „Hänschen klein“ kommt, der denkt auf jeden Fall anders als die Schreiberin dieser Zeilen. Die Kinder von Hänsel und Gretel – ganz ruhig, nicht die Geschwister im Märchen, sondern die kreisweit berühmten Schwäne von der Burg Kalteneck – sind flügge geworden und nach ausufernden Streitigkeiten mit dem Herrn Papa schwimmen sie nun eigene Wege.
Nicht ganz freiwillig, wie man den Presseberichten entnehmen kann. Die beiden Schwanen-Teenies seien „behutsam eingefangen“ worden. Ob sie vorher noch genug Zeit hatten, Stock und Hut mitzunehmen? Das wird wohl nur der Hausmeister der Burg Kalteneck, Arthur Braun, sagen können. Würden ihnen aber sicher gut stehen, um beim Ohrwurm zu bleiben. Äh, ja.
Brutzeit der Schwäne beginnt bald
Dass die Schwäne nun ausziehen mussten, hat einen Grund: den Erwachsenen sitzt die nahende Brutzeit im Nacken. Eltern wissen: dabei hat man die Kinder am liebsten aus dem Haus. Schwäne brüten meist ab Mitte März, es könnte also bald wieder Nachwuchs geben. Hänsel kann keine Futterneider in seinem Revier gebrauchen, wenn er Gretel und später die Küken versorgen muss.
Seit ihrem Auszug leben die beiden Jungen aus dem vergangenen Jahr in Stuttgart auf dem Neckar. Vom Kleinstadtküken zum Großstadtschwan also. Gar nicht schlecht. Immerhin sind sie nicht nach Berlin gezogen, wie so viele Teenies nach dem Schulabschluss.
Sind die Holzgerlinger Schwäne Männchen oder Weibchen?
Übrigens ist es nicht immer so, dass die Kinder der Wasservögel Starthilfe zum Auszug brauchen. Im vergangenen Jahr hatte sich das einzig überlebende Kind der Holzgerlinger Schwäne – möglicherweise ein „Hänschen“ – selbstständig aufgemacht und allen Versuchen des Schwanenhüters getrotzt, ihn einzufangen und in eine neue Heimat zu bringen. Kleiner Rebell. Wo der Rumtreiber jetzt wohnt, ist nicht bekannt. Auch nicht, ob er sich in „sieben Jahr’“ wieder besinnt und nach Hause eilt.
Ob die beiden jetzt ausgewilderten Jungschwäne Männlein oder Weiblein sind, sagt der Holzgerlinger Stadtsprecher Dirk Hamann, wisse übrigens keiner. Darum hätten sie auch keine Namen. Schade eigentlich. Bleibt nur noch, den Stuttgarter Neuschwänen gutes Ankommen zu wünschen.