Schnellboote im miniaturformatauf dem Fornsbacher Waldsee Foto: Stoppel/Archiv

Was 15 Ortschaften in drei Landkreisen am kommenden Sonntag beim Tag des Schwäbischen Waldes bieten – eine Auswahl aus dem Rems-Murr-Kreis.

Rems-Murr-Kreis - Wer am 17. September am Tag des Schwäbischen Waldes zu einer der 46 Veranstaltungen in 15 Ortschaften kommen will, kann dazu neben Auto, Motorrad, Fahrrad oder Schusters Rappen an jenem Sonntag auch auf außergewöhnliche Verkehrsmittel zurückgreifen. Neben der Museumsbahn, die zwischen Schorndorf und Welzheim unter Dampf fährt, kann man sich zum Preis von fünf Euro für eine Tageskarte in sechs historischen Reisebussen mit Baujahren von 1949 bis 1980 chauffieren lassen. Fahrkarten gibt es in den Bussen. Die Fahrpläne findet man in der Broschüre zum Tag des Schwäbischen Waldes oder im Internet.

Modellboot-Regatta auf dem Waldsee

Murrhardt
Von 9 Uhr an verwandelt sich der Fornsbacher Waldsee zu einer Regatta-Strecke. Mit internationaler Beteiligung treffen sich dort Modellbauer, um mit ihren detailgetreuen Nachbauten echter Schiffe gegeneinander zu konkurrieren. Für jene, die es gern schnell haben, werden Rennboote gegeneinander antreten, deren Maßstab zwar kleiner als der ihrer Vorbilder ist, die aber nicht minder schnell über das Wasser des Waldsees preschen. Veranstalter ist der Schiffs-Modellsportclub Stuttgart in Kooperation mit der Stadt Murrhardt.

Großerlach:
Es gibt wohl kaum ein Vehikel, mit dem nicht versucht wird, offroad Steigungen hinab zu brettern. Im wahrsten Sinn des Wortes machen das Mountainboard-Fahrer, die auf ihren Brettern am Sonntag in Großerlach die Gelegenheit haben, den Hang des Skilifts hinab zu fahren. Wer will, kann an Schnupperkursen teilnehmen, die zwischen 11 Uhr und 16 Uhr zu jeder halben Stunde beginnen. Als „der perfekte Sommerersatz für Snowboarder“, wird diese Sportart von den Organisatoren beschrieben. Die Bretter sehen aus wie überdimensionale Skateboards und können zusammen mit Sturzhelmen und Protektoren für die Schnupperkurse vor Ort ausgeliehen werden. Ein paar einfache Grundübungen genügten, um eine problemlose Abfahrt hinzubekommen, so die Auskunft der Veranstalter. Alte und robuste Kleidung sollte man für die Kurse auf jeden Fall mitbringen. Für das leibliche Wohl aller Gäste, ob sie nun Mountainboarden oder nicht, sorgt der Liftbetreiber.

Alfdorf:
Wassermühlen gehören zum Schwäbisch-Fränkischen Wald wie die markanten Klingen, jene steilen und schmalen Schluchten, die nicht nur romantisch veranlagte Wanderer faszinieren. Am Tag des Schwäbischen Waldes öffnen wieder mehrere der Technikveteranen ihre Türen. Unter anderen kann man auf der Gemarkung der Gemeinde Alfdorf die Hagmühle, die Heinlesmühle und die Meuschenmühle besichtigen. In letzterer wird eine Führung durch die Mahlstube angeboten, in der Mahlgänge aus dem 19. Jahrhundert bis heute funktionstüchtig sind. Führungen in dem faszinierenden Gebäude, das bereits als Filmkulisse diente, bietet der Naturparkführer Wolfgang Grabe zwischen 9 Uhr und 16 Uhr an.

Schmalspur-Bahnfahrt in Spiegelberg

Spiegelberg:
Ein einzigartiges Erlebnis erwartet Besucher, die am Sonntag zwischen 10 Uhr und 18 Uhr nach Spiegelberg in die Prevorster Straße kommen. Dort fährt an diesem Tag wieder Manfred Schaibles Gartenbahn – kurz MSGB genannt – und transportiert Gäste über das Gartengrundstück. Für eine Bewirtung der Gäste mit Getränken, Kaffee und Kuchen wird gesorgt. Die MSGB hat eine außergewöhnliche Geschichte. Der Schmalspurbahnenthusiast Manfred Schaible pachtete im Jahr 1981 das Grundstück am Spiegelberger Ortsausgang und begann dort Schienen zwischen den Gemüsebeeten zu verlegen. „Vom Mist über Gießwasser bis zu den Kartoffeln aus eigener Ernte, vor allem aber eigenen und Nachbarskindern konnte fortan alles bequem über die gesamte Länge des Gartens transportiert werden“, schreibt Manfred Schaible über die Anfänge seiner Bahn.

Der mittlerweile pensionierte Lehrer Manfred Schaible hegt übrigens den Plan, eine Schmalspurbahn zum Wetzsteinstollen im Ortsteil Jux zu verlegen, einem weiteren Ort, der dem Spiegelberger am Herzen liegt. Das Besucherbergwerk gibt Einblicke in den längst ausgestorbenen Beruf des Wetzsteinmachers, der von 1830 bis 1924 zu einem Nebenverdienst für die arme Juxer Bevölkerung geführt hatte. Die Führungen beginnen um 13.45 Uhr und 15.30 Uhr und dauern anderthalb Stunden.

Welzheim
  Quer durch den Schwäbisch-Fränkischen Wald verläuft der Limes, die Außengrenze des römischen Imperiums im zweiten Jahrhundert nach Christus. Die Welt um das Unesco-Weltkulturerbe wird am Sonntag in Welzheim wieder zum Leben erweckt. In Welzheim werden die Limes-Cicerones und der Historische Verein um Hartmut Frey im Ostkastell Einblicke in den Tagesablauf römischer Soldaten bieten. In drei Kurzaufführungen um 11.15 Uhr, 14.15 Uhr und 15.15 Uhr wird der Soldat Quintus Cornelius Libertus in detailgetreuer Kleidung und Ausrüstung aus seinem Leben berichten.

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