Unter dieser Treppe auf der Schulstraße werden künftig Maultaschen im bisherigen Schaufenster von Korbmayer verkauft. Foto: cas

Den angestammten Platz an der Calwer Passage muss der schwäbische Imbiss „Herr Kächele“ im Juli verlassen. Besitzer Jens Caspar freut sich: Bei Korbmayer an der Schulstraße wird er ein Domizil unter einer Treppe beziehen.

Stuttgart - Einen Herrn Kächele, nach dem die Schnellimbiss-Bude benannt ist, gibt es darin gar nicht. Der Chef heißt Jens Caspar. Ende 2014 hat er damit begonnen, an der Calwer Passage Maultaschen mit regionalen Zutaten und ohne chemische Zusätze direkt auf die Hand zu verkaufen. Den Markennamen „Herr Kächele“ wählte er, um vor allem eines zu signalisieren: „Bei uns gibt’s Schwäbisches für Schleckige in Omaqualität.“

Heute beliefert Caspar nach eigenen Angaben etwa 200 Gastronomen und Geschäfte bundesweit mit schwäbischen Spezialitäten, die er „handgemacht herstellt“. Selbst bei Feinkost Käfer in München und bei Lindner Esskultur in Berlin steht „Herr Kächele" im Regal. In Stuttgart hat der Maultaschen-Fan nun ein für ihn wichtiges Ziel erreicht: Am 16. Juli bezieht er einen neuen, zentraleren Verkaufsstand, der nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt ist.

„Baugenehmigung als Stehcafé liegt vor“

Sein erster Versuch, im ehemaligen Haufler-Gebäude am Marktplatz mit schwäbischen Spezialitäten einzuziehen, war 2015 gescheitert. Die Stadt hatte keine Baugenehmigung für einen Imbiss erteilt. Jetzt hat der Chef von „Herr Kächele“ mit dem inhabergeführten Traditionsunternehmen Korbmayer an der Schulstraße einen Mietvertrag unterschrieben, was dessen Geschäftsführerin Silvia Henneka auf unsere Anfrage bestätigt.

Direkt unter der Treppe, wo sich bisher ein Schaufenster des Kinderausstatters befindet, wird das Team von Jens Caspar Maultaschen, Linsen, Spätzle, Fleischküchle oder Stuggischorle zum Gleichessen oder Mitnehmen verkaufen. „Die Baugenehmigung der Stadt als Stehcafé liegt vor“, erklärt der Chef von „Herr Kächele“, „die geplante Nutzung als Maultaschenspot ist mit den Ämtern abgestimmt.“

Als Fressgasse verspottet

Seinen angestammten Platz an der Calwer Passage muss er am 15. Juli verlassen. Das Gebäude wird abgerissen. Es soll Platz machen für ein Bürohaus mit Begrünung an der Fassade. Wenn alles nach Plan geht, wird ein Tag später Caspar mit dem schwäbischen Imbiss als Mieter von Korbmayer starten. Die Schulstraße, als Fressgasse verspottet, verbindet als älteste Fußgängerzone von Stuttgart die Königstraße mit dem Marktplatz. Sie ist nur 130 Meter lang. Man ist also schnell durchgelaufen – und kommt dann mit einem Fischbrötchen oder einem Hamburger in der Hand heraus.

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