Bietet KI die Chance auf eine helle Zukunft oder ist sie ein Sklavenhalter der Menschheit? Für den Reutlinger Comedian Dodokay steht die Menschheit am Scheideweg.
Die KI nimmt dir keinen Job weg, es sind die Menschen, die dir den Job wegnehmen. Aber egal, weg ist er trotzdem. Beim Vortrag des Reutlinger Comedian Dominik Kuhn, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Dodokay bei der Wirtschaftsförderung Sindelfingen, ging es am Montag um Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz.
Hey ChatGPT, diese Einleitung finde ich langweilig. Kannst du das ein bisschen netter schreiben?
„Nimmt uns KI wirklich die Jobs weg – oder sind es am Ende doch wir selbst?“ Mit dieser provokanten Frage eröffnete der Comedian Dominik Kuhn, besser bekannt als Dodokay, seinen Vortrag bei der Wirtschaftsförderung Sindelfingen.“
Hey, ChatPGT, nein, nicht so. Schreibe die Einleitung im Stil des Tageszeitungsredakteurs Ulrich Stolte:
„Nimmt Künstliche Intelligenz den Menschen die Arbeit weg? Dominik Kuhn, besser bekannt als Dodokay, dreht die Perspektive gleich zu Beginn seines Vortrags um: „Die KI nimmt dir keinen Job weg – es sind Menschen, die das tun.“
„Hey, ChatGPT . . .“
Es ging an diesem Vortragsabend in der Schule für Musik, Theater und Tanz Sindelfingen mit dem Oberbürgermeister Markus Kleemann und dem Wirtschaftsförderer Felix Rapp bei „Wirtschaft im Gespräch“ um Input und um Vernetzung zwischen den rund 50 Anwesenden.
Dominik Kuhn ist berühmt geworden, als er bekannten Filmszenen schwäbische Dialoge unterlegte. Unvergessen, Barack Obama, als schwäbischer Vermieter, der die Kehrwoche in der Wilhelmstraße durchsetzen will. Weniger bekannt geworden ist Dodokay als Filmemacher und noch weniger als Vortragsredner. Wie jeder Humorist, kann er auch tiefernst sein, denn wenn Humor und Satire Waffen des Geistes sind, dann brauchen sie auch etwas Unantastbares, das sie verteidigen können.
Das hat mit Menschsein zu tun und damit auch mit den Kernfragen der Künstlichen Intelligenz.
KI: Kernfrage des Menschen
Zum ersten Mal in der Geschichte der Rationalisierung, so Dodokays These, geht es durch die KI nicht den Arbeitern an den Kragen, sondern den Angestellten. Buchhaltern, Service-Leuten, Sekretärinnen, Assistenzen. Die KI baut jetzt schon künstliche Menschen mit künstlicher Sprache, die Anfragen von Kunden beantworten, die Tipps geben, die helfen können, sich auf Homepages zurecht zu finden.
Diese künstlichen Menschen könnten auch im Bildungswesen gebraucht werden, wo sie etwa als Privatlehrer Schulkindern zur Seite stehen oder Lehrstoff genau nach ihren Bedürfnissen portionieren.
Die KI wird die Kreativberufe ausbluten lassen. Das sind die Grafiker, die Schriftsetzer, die Werbeleute und die Texter. Mehr noch, sie kann jeden Menschen zum Künstler werden lassen. Sie erschafft fantastische Gemälde, die in der Lage sind, Kunstpreise abzuräumen, sie schreibt Songs, die in die Charts kommen und natürlich, mithilfe der KI kann jeder eine Sinfonie schreiben, oder seiner Geliebten unsterbliche Verse zu Füßen legen und anderen Quatsch machen.
Und die KI macht immer so weiter
Hinter alle seine Beispiele schrieb Dodokay als Refrain, nein, als . . .
(Hey ChatGPT, suche mir anderes Wort für „Refrain“, aber mit leicht negativem Unterton. Vorschlag ChatGPT: Gebetsmühle sehr passend für penetrantes Wiederholen.) . . . also als gebetsmühlenartige Dauerschleife: Und immer. So. Weiter.
Dodokay beschrieb die KI als lernfähiges Sprachmodul, das mit 26 Sprachen gefüttert in die Welt geschickt wurde. Dass sie das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben umkrempelt, so wie der Computer Anfang der 80er und das Internet Anfang der 90er Jahre, hatten ihre Schöpfer sich nicht vorstellen können. Inzwischen spricht die KI jede existierende Sprache und könnte neue Sprachen erfinden. Neue Wörter kann sie schon sehr gut: Als Dodokay um ein neues Wort für Raketenantrieb bat, kam sie auf den Begriff „Düsenschubmodul“. Dieses Wort steht nicht im Duden, verstehen tut es jeder.
In Dodokays Definition zählen die KIs, die wir benutzen, die „Schwätz-Bots“ wie Alexa, Siri oder eben ChatGPT zur Schwachen KI.
Dodokay erklärt, was passiert, wenn die KI wie ein Mensch tickt
Am Horizont erscheint für Dodokay die Starke KI, die denkt und tickt wie ein Mensch, die aber 10 000 Mal mehr kann als seine Schöpfer, weil sie alles computergespeicherte Wissen der Menschheit zur Verfügung hat und eine Rechenleistung, die das menschliche Gehirn weit übertrifft. Die sich zum Menschen in etwa unterscheidet wie ein Mensch zu einer Ameise.
Diese Starke KI würde keine Moral kennen und keines der Asimovschen Gesetze, die Menschen vor Robotern schützen sollen. Schon allein deswegen, weil einer der Treiber der menschlicher Entwicklung immer auch das Militär ist und ethisches Verhalten wäre bei der Entwicklung von Kampfrobotern eher hinderlich.
KI: Scheidepunkt der Geschichte
Was würde ein Hausroboter tun, der ein Essen machen soll, der feststellt, dass der Kühlschrank leer ist und dem dummerweise die Katze über den Weg läuft? So etwas ähnliches was ein Mensch tun würde, der seine Garageneinfahrt teeren will und dem die Ameisen im Weg sind.
Damit zeichnete Dodokay an diesem Abend die KI als echten Scheidepunkt in der Geschichte, einerseits als Chance für eine helle Zukunft, andererseits als Sklavenhalter der Menschheit. Oder fragen wir sie selber:
„Hey ChatGPT, hast Du eine Moral?“ – ChatGPT: „Ich habe keine eigene Moral wie ein Mensch, weil ich kein Bewusstsein oder persönliche Überzeugungen habe.
Stattdessen orientiere ich mich an Richtlinien und Werten, die von OpenAI vorgegeben wurden, um hilfreiche und sichere Antworten zu geben.
Meine ,Moral‘ besteht also darin, verantwortungsvoll zu reagieren und Schaden möglichst zu vermeiden.“
Comedy und Computer
KI
Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Fachgebiet der Informatik, das Maschinen befähigt, Aufgaben auszuführen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Dazu gehört das Lernen aus Erfahrungen, das Erkennen von Mustern und das Treffen von Entscheidungen.
Comedian
Dodokay, bürgerlich Dominik Kuhn, ist ein bekannter Comedian, Synchronsprecher und Filmemacher aus Reutlingen. Er wurde durch seine humorvollen schwäbischen Synchronisationen internationaler Filme und Clips populär, die er mit spitzer Satire und viel Lokalkolorit versieht.