Es bleibt beim Wochenend- und Eventbetrieb der Waldbahn. Foto: Stoppel/Archiv

Der Test an Werktagen ist zwar gut angenommen worden. Eine dauerhafte Verlängerung der Wieslauftalbahn hinauf in den Schwäbischen Wald wird es aber trotzdem nicht geben.

Welzheim - Der Probebetrieb der Wieslaufbahn auf dem Streckenabschnitt zwischen Oberndorf und Welzheim habe durchaus ein „beachtliches Fahrgastaufkommen“ gezeitigt, sagt Reinhold Kasian, der Beigeordnete der Welzheimer Stadtverwaltung. Im Gemeinderat hat er jüngst die Zahlen vom Testlauf des „Bergwiesels“ präsentiert, das vom 3. September bis zum 1. Oktober des vergangenen Jahres auch unter der Woche im Stundentakt auf der verlängerten Strecke verkehrt war. Das Ergebnis der Zählungen: Etwa 11 300 Fahrgäste haben die Waldbahn während des Testmonats genutzt – pro Tag sind demnach im Durchschnitt rund 500 Nahverkehrsnutzer ins Bergwiesel gestiegen. Der Rekord war laut Fahrgastzählung am 7. September, einem Mittwoch, mit genau 699 Mitreisenden.

Der Anlass für den Test, so berichtet der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr, war die Sperrung der Straße nach Rudersberg. Nach einer Rutschung im vergangenen Juni war die Landesstraße zwischen Klaffenbach und Laufenmühle komplett gesperrt worden, und ist es nach wie vor (siehe „Gesperrte Straße“).

Kein Gutachten über Fahrgastpotenziale

Angesichts der laufenden Kosten eines regulären ÖPNV-Betriebs auf der Strecke über die Viadukte an der Wieslauf ist aber auch im Welzheimer Gemeinderat jetzt wieder betont worden, dass ein regelmäßiger Wiesel-Verkehr dort nicht infrage komme. Deshalb verzichtet die Stadt auch darauf, ein rund 7000 Euro teures Gutachten zur Klärung diesbezüglicher Potenziale anfertigen zu lassen. Eine Untersuchung des Zweckverbandes Wieslauftalbahn hatte vor fünf Jahren ergeben, dass ein Dauerbetrieb mit jährlichen Betriebskosten von rund zwei Millionen Euro verbunden wäre.

Man werde sich in Sachen Waldbahn auf einen „anlassbezogenen Schienenverkehr“ konzentrieren, sagt Kasian zur weiteren Perspektive. In den Ferien zum Beispiel, bei größeren Veranstaltungen oder während der Tage des Weihnachtsmarktes sei ein solcher denkbar. Bürgermeister Bernlöhr könnte sich zudem auch während der Remstal-Gartenschau im übernächsten Jahr eine intensivierte Wieselverbindung nach Welzheim vorstellen.

Deutlich mehr Fahrgäste an den Samstagen

„Die Frequenz war aus unserer Sicht sehr gut“, sagt Kasian zu den Fahrgastzahlen während des Testmonats im vergangenen Jahr. „Wir hatten keine genaueren Erwartungen, aber dass die Zahlen so hoch waren, ist positiv.“ Wobei allerdings die Tatsache bleibe, dass auch im vergangenen September etwa zwei Drittel der Fahrgäste reine Freizeitnutzer gewesen seien. Laut einer ebenfalls durchgeführten Fahrgastbefragungen waren nur ein Drittel regelmäßige fahrende Pendler. Auch die Tatsache, dass auf der Bergstrecke die Nutzung an den Samstagen und am Wochenende insgesamt am besten war, spreche für einen Wochenend- und Eventverkehr auf der Strecke. Unter der Woche lag die durchschnittliche Belegung je Fahrt bei 19 Fahrgästen, an den Samstagen bei 48.

Auch im Vergleich mit anderen Bahnstrecken in der Region fallen die Zahlen des werktäglichen Testbetriebs beim Bergwiesel nach Welzheim eher bescheiden aus. Die Talstrecke der Wieslaufbahn zwischen Oberndorf und Schorndorf nutzen laut den jüngsten Erhebungen mit 4500 Fahrgäste pro Tag fast zehnmal so viele Menschen. Bei der Strohgäubahn zwischen Korntal und Weissach (Kreis Böblingen) waren es im Jahr 2015 an Werktagen 3600 Nutzer. Die Schönbuchbahn zwischen Böblingen und Dettenhausen zählte im selben Jahr täglich sogar 8200 Fahrgäste.

Gesperrte Straße

Rutschung nach Starkregen

Der Starkregen Anfang Juni vergangenen Jahres hat Teile der Landesstraße zwischen Rudersberg und Welzheim unterspült, an mehreren Stellen gab es Rutschungen. Seitdem ist die Strecke am steilen Hang der Wieslaufschlucht von Klaffenbach zur Laufenmühle auf einer Länge von drei Kilometern komplett gesperrt. Das spanische Restaurant im Bahnhof ist ebenso wie der benachbarte Erlebnispark Eins und Alles und die etwas Wieslauf abwärts gelegene Klingenmühle nur von Osten her über Welzheim erreichbar.

Aufwendige Sanierung

Angesichts des geologisch problematischen Untergrunds waren umfangreiche geologische Voruntersuchungen notwendig. Seit Anfang Februar werden Bohrpfähle versenkt, die mittels stählerner Gurte zu einer Stützwand für die Straße verbunden werden. Laut den Sanierungsplänen soll die Straße am 1.Juli wieder befahrbar sein.

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