Kuriose Bedingung: Gegen Burger von McDonald’s erklärten sich die vier weiblichen Insassen dazu bereit, wieder vom Dach der JVA Schwäbisch Gmünd zu steigen. Foto: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Kurioser Vorfall am Pfingstwochenende: Vier weibliche Insassen der Justizvollzugsanstalt „Gotteszell“ in Schwäbisch Gmünd revoltieren auf dem Dach des JVA-Gebäudes – und lassen sich mit Fast Food wieder besänftigen.

Stuttgart - Ein Hauch von „Prison Break“ wehte am vergangenen Pfingstwochenende über das Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwäbisch Gmünd – glücklicherweise jedoch entpuppte sich der Versuch einer Häftlingsrevolte vierer weiblicher Insassen in „Gotteszell“ als weniger ernst als zunächst angenommen.

Wie erst in diesen Tagen bekannt wurde, gelangten am vergangenen Samstagnachmittag vier jugendliche Gefangene während der Hofgangszeit auf ein Dach, das zwei Hafthäuser der JVA miteinander verbindet und nicht allzu weit von dem Bereich entfernt ist, wo sich die Insassen üblicherweise aufzuhalten haben. „Wie in solchen Fällen üblich, wurden gegen 15.30 Uhr umgehend Polizei, Feuerwehr und DRK gerufen sowie die Gefängnisleitung über den Vorfall informiert“, berichtet Claudia Zink, stellvertretende Leiterin der JVA Schwäbisch Gmünd, gegenüber unserer Zeitung.

Notarzt findet die richtigen Worte

Die vier weiblichen Insassen wollten nach Angaben der Gefängnisleitung ein Zeichen setzen und auf sich aufmerksam machen, eine wirklich ernsthafte Gefahr bestand offenbar jedoch nicht. Auch die Polizei, die am Samstagnachmittag nach „Gotteszell“ gerufen wurde, musste nicht aktiv werden. „Wir sind zwar, wie in solchen Situationen geboten, zum Ort des Geschehens gefahren, mussten aber letztlich nicht einschreiten“, so Bernhard Kohn, Pressesprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Aalen.

Dass der Revolte in der JVA bereits nach knapp zwei Stunden ein glimpfliches Ende gesetzt werden konnte, sei schließlich einem Notarzt zu verdanken, der auf das Dach gerufen wurde. „Er nahm den Kontakt zu den Mädchen auf und hat augenscheinlich die richtigen Worte gefunden“, sagt die stellvertretende JVA-Leiterin Claudia Zink. „Nach einem Gespräch und der Erfüllung einer besonderen Bedingung erklärten sich die Vier letztlich bereit, das Dach wieder zu verlassen.“

Ein „Happy Meal“ und alles ist gut

Die kuriose Bedingung der jungen Insassen: Burger von McDonald’s. „So wurde kurzerhand das besondere Essen besorgt und schon bald darauf von den vier Jugendlichen verzehrt“, sagt Claudia Zink. Rückblickend hätten natürlich, wie in einem solchen Fall üblich, zunächst bei allen Beteiligten die Alarmglocken geläutet. „Unter dem Strich und mit etwas Abstand können wir hier aber sicher von einem reichlich undurchdachten, dummen Mädchenstreich sprechen“, so die stellvertretende Leiterin der JVA Schwäbisch Gmünd.

Ganz folgenlos bleibt diese Aktion für die jungen Frauen freilich dennoch nicht. Während zwei von ihnen bereits in eine andere Haftanstalt verlegt wurden, müssen die beiden anderen jugendlichen Insassen nun mit einer Freizeitsperre oder Arrest rechnen.

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